Bundesländer
Navigation:
am 16. Dezember 2020

Neßler: Rundumschläge von Hörl nicht nachvollziehbar

Barbara Neßler - Gesundheit muss auch in der Tourismusbranche immer vor Profit stehen

 „Ich kann gut nachvollziehen, dass niemand aus der Tourismusbranche mit der Corona-Situation und den sich daraus ableitenden Auflagen glücklich ist. Aber wenn der Nationalratsabgeordnete Franz Hörl in einem verbalen Rundumschlag nun die Seilbahnwirtschaft als besonderes Opfer herauskehren will, dann kann ich ihm und seiner Argumentation nicht mehr folgen“, reagiert die Tourismussprecherin der Grünen, Barbara Neßler, auf die gestern von der APA zitierten Aussagen von Franz Hörl. 

Neßler betont, dass es selbstverständlich immer wieder Gespräche mit seiner Branche gegeben habe und alle Beteiligten seit Monaten darauf bedacht seien,  Unterstützung für die Tourismusbranche zu sichern sowie Präventionskonzepte zu erarbeiten, um zumindest einen Teilbetrieb zu ermöglichen. „Nichtsdestotrotz ist klar, dass die Gesundheit der Menschen immer höchste Priorität haben muss. Und dafür braucht es eben Sicherheitskonzepte. Das ist nichts Neues“, fügt Neßler an. Für die Abgeordnete wäre geradezu unverantwortlich, aus Fehlern der Vergangenheit nicht zu lernen, nicht über krisenfestere Konzepte, die im Einklang mit Natur und Mensch stehen, nachzudenken sowie wissenschaftliche Erkenntnisse, die zu Beginn der Pandemie noch nicht da waren, in Maßnahmen einzubeziehen. „Daraus, wie Kollege Hörl es tut, nun eine generelle Tourismusfeindlichkeit der Grünen abzuleiten, halte ich, gelinde gesagt, für gleichermaßen absurd wie falsch.“ 

Wenn Hörl nun droht, der Seilbahnwirtschaft zu empfehlen, die Betriebe geschlossen zu halten, sollte ihm auch klar sein, welches Signal er damit ausstrahlt: Nach all den äußerst profitablen Jahren in den Skigebieten, in denen unsere Bevölkerung sehr mit den negativen Konsequenzen des Skitourismus – wie Megastaus an fast jedem Tag – konfrontiert war, will Hörl gerade der einheimischen Bevölkerung die rote Karte zeigen, wenn diese nun aufgrund der Schließungen der Seilbahnanlagen nicht skifahren kann. Nur weil diesmal kein maximaler Profit rauszuholen ist. „Wir dürfen beim Tourismus unsere Einheimische nicht vergessen“, mahnt Neßler und betont, dass viele Familien schon Saisonkarten gekauft haben. „Gerade nach den Fehlern, die im März gemacht wurden, mit all den leidvollen Konsequenzen, würde ich mehr Demut empfehlen und zeigen, dass wir unsere Lektion gelernt haben, um verlorenes Vertrauen wieder zurückholen zu können“, meint Neßler.