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am 22. September

Weratschnig: Der heutige „Autofreie Tag“ ist ein Aufruf zur Schadstoff- und Lärm-Reduktion

Hermann Weratschnig - Umdenken, Umlenken, Umwelt-Emissionen senken hilft Gesundheit, Natur und Klimaschutz

„Über 3.000 Gemeinden haben sich europaweit an der Mobilitätswoche beteiligt, und auch zahlreiche Kommunen und Institutionen vom Boden- bis zum Neusiedler See waren wieder mit den vielfältigsten Aktionen an Bord“, resümiert Hermann Weratschnig, Verkehrssprecher der Grünen, zum heutigen Ausklang der Europäischen Mobilitätswoche und dem internationalen Autofreien Tag. 

„Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf der aktiven Mobilität. Ich bin mir sicher, dass manchen Entscheidungsträger*innen erst bewusst wurde, wo es an Rad- und Fußwegen, an passender Beleuchtung oder Kennzeichnungen in ihren Gemeinden hapert, als sie selbst mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs waren“, sagt Weratschnig, der als Gemeinderat seiner Heimatstadt Schwaz die Mobilitätswoche schon seit Jahren tatkräftig begleitet. 

„Ein weiteres Highlight war der Regionalbahntag, den tausende Österreicher*innen genutzt haben, um sich von der bequemen und klimaschonenden Alternative zum Pkw zu überzeugen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, so viele einzelne Autofahrten wie möglich in ihrer Sinnhaftigkeit zu hinterfragen und geeignete Alternativen zum Pkw zu nutzen“, betont Weratschnig. So können alle einen einfachen Beitrag leisten, um die klima- und gesundheitsschädlichen Emissionen aus dem Straßenverkehr zu reduzieren, weiß der Tiroler Nationalratsabgeordnete: „Mit attraktiven Öffi-Angeboten und sicheren Wegen für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen können wir den Pkw-Verkehr bis 2040 um gut ein Drittel zurückschrauben und damit insbesondere auch die Anrainer*innen an den Hauptverkehrsrouten von Lärm und Abgasen entlasten." 

„Wir Grüne setzen uns seit Jahren stark für ein Umdenken im Verkehrsverhalten ein. Das Klimaschutzministerium konnte unter Leonore Gewessler gemeinsam mit der Bundesregierung bereits zukunftsweisende Weichen stellen, damit öffentlicher Verkehr und aktive Mobilität jenen Stellenwert bekommen, den sie im Mobilitätsmix brauchen und verdienen. Der kürzlich von Klimaschutzministerin Gewessler vorgestellte Mobilitätsmasterplan 2030 schafft dafür eine verlässliche Basis und gibt innovativen Projekten und Investitionen im Personen- und Güterverkehr die notwendige Planungssicherheit“, verdeutlicht Weratschnig. 

Wohin die Steuergelder der Bürger*innen künftig fließen sollten, ist für den Verkehrssprecher der Grünen klar: „Bevor jemand gedankenlos neue Autobahnen und Schnellstraßen über die grüne Wiese oder durch eine Au zieht, müssen wichtigere Baustellen angegangen werden. Das heißt: Mehr Park & Ride Plätze sowie sichere Radwege und Abstellplätze an den Mobilitätsdrehscheiben, mehr niederschwellige Sharing-Angebote für Lasten- und Fahrräder sowie E-Pkw, nachgeschärfte Öffi-Verbindungen und -takte. Und natürlich entsprechend attraktive Tarife, wie sie etwa ab Oktober das österreichweite Klimaticket und dessen Regionalvarianten in den Bundesländern bieten wird.“ 

Alle notwendigen Weichen lassen sich allerdings nicht allein durch Bund und Länder stellen, wie Weratschnig betont: „Im Verkehrssektor gibt es in der Europäischen Union noch zahlreiche Baustellen, etwa was die Harmonisierung der Eisenbahnnetze oder auch den Flugverkehr betrifft. Mit einer vernünftigen EU-Wegekostenrichtlinie könnten wir Einnahmen aus der Lkw- und Pkw-Maut auch für Investitionen zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene nutzen. Zum Beispiel für Projekte wie den Koralm- oder den Brenner-Basistunnel, sowie deren Zulaufstrecken und die notwendige Verladeinfrastruktur zwischen Straße und Schiene.“