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am 22. Dezember 2020

Grüne zu Absage für Waldviertelautobahn-Pläne: Kein Bodenfraß für Straßen- und Transitverkehr

Martin Litschauer, Hermann Weratschnig - Weratschnig/Litschauer: Öffi-Ausbau statt auf Asphalt und Beton durch Niederösterreich

"Die heute zwischen dem Land Niederösterreich und dem Klimaschutzministerium geschlossene Vereinbarung setzt endlich einen Schlussstrich unter die jahrelange Diskussion über eine Autobahn durch das Waldviertel. Die Region wird durch das umfangreiche Öffi-Paket weit mehr profitieren können, als von einer Schnellstraße", zeigen sich Hermann Weratschnig, Verkehrssprecher der Grünen, und sein Waldviertler Kollege Martin Litschauer, Anti-Atom-Sprecher der Grünen, erfreut.

Als Beitrag zur Umsetzung der Klimaziele und zur Dekarbonisierung des Verkehrs, aber auch zur Eindämmung des Bodenverbrauchs sind das BMK und das Land Niederösterreich übereingekommen, keine zusätzlichen hochrangigen Straßenverbindungen im nördlichen Waldviertel zu errichten, sondern einen weiteren deutlichen Ausbau des öffentlichen Verkehrs anzugehen.

"Die Bahn ist das effizientes Transportmittel, das wir aktuell kennen. Vor dem Hintergrund der globalen Klimakrise wäre es deshalb genau der falsche Weg statt dem Bahnausbau eine neue Autobahn zu planen. Der Ausbau der Franz-Josefs-Bahn ist ein wesentlicher Punkt, um eine gute Basis für den öffentlichen Verkehr im Waldviertel zu schaffen. So wird kein wertvoller Boden durch Asphalt versiegelt und die Waldviertler*innen müssen sich nicht mit zusätzlichen Abgasen und Lärm herumschlagen", erklärt Martin Litschauer.

Hermann Weratschnig führt aus: "Anstatt in eine Transitstraße investieren wir in den kommenden Jahren 4,2 Milliarden Euro in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Niederösterreich – und davon über 1,3 Milliarden im Wald- und im Weinviertel. Wir vertiefen den Ausbau der Franz-Josefs-Bahn, attraktiveren die Laaer Ostbahn und intensivieren die Planungen für deren Modernisierung. Wir weiten die Kapazitäten der Nord-Westbahn durch verlängerte Bahnsteige und moderne Stationen aus, treiben die Elektrifizierung der Kremser Bahn voran und stärken die Kamptalbahn", fasst Weratschnig die Hauptfelder des großen Bahnpakets für Niederösterreich zusammen.

"Autobahnen und Schnellstraßenverbindungen bringen den Regionen, die sie durchschneiden oft wenig Nutzen und schädigen meist die regionalen Wirtschaftskreisläufe. Davon profitieren eigentlich nur die Frächter. Für die Bewohner*innen entlang einer Autobahn bleiben nur versiegeltes Ackerland, mehr Lärm und mehr Abgase zurück. Ich bin froh, dass diese Idee nun endlich vom Tisch ist und wir einen zukunftsfähigen Plan für die Mobilität im Waldviertel umsetzen können", resümiert Martin Litschauer.​