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am 15. Juni

Bund unterstützt Länder „auf Dauer“ mit 100 Millionen Euro jährlich für regionale Klimatickets

Hermann Weratschnig -

Mit ihrem Ministerratsvortrag am 26. Mai hat Klimaschutzministerin Leonore Gewessler eine weitere wichtige Weiche für eine attraktive, nachhaltige und klimagerechte Öffi-Landschaft in Österreich gestellt. Die Bundesregierung stellt mit dem Ministerratsbeschluss künftig jedes Jahr und „auf Dauer“ 100 Millionen Euro zur Verfügung, um die Bundesländer bei der Umsetzung der regionalen Klimatickets zu unterstützen. „In den Bundesländern gibt es sehr unterschiedliche Startbedingungen, auf die im Sinne der Öffi-Nutzer*innen bestmöglich eingegangen werden muss“, erklärt Verkehrssprecher Hermann Weratschnig, „ausgezahlt wird die Finanzierungsunterstützung aber nur, wenn im Bundesland auch tatsächlich eine Jahresnetzkarte umgesetzt wird. Mit ihrem jeweiligen Anteil können die Länder also – wo es noch keines gibt – ein Jahresticket aufbauen, oder die Mittel zur Stärkung des Öffiangebots verwenden.“


Der Nationalrat hat im vergangenen Jahr die stufenweise Einführung des 1-2-3-Klimatickets beschlossen. Parallel zur Einführung des österreichweiten 1-2-3-Klimatickets – für alle Öffis in ganz Österreich um 1.095 Euro im Jahr - arbeitet das Klimaschutzministerium gemeinsam mit den Bundesländern und den Verkehrsverbünden an der Umsetzung der regionalen Stufen. Am 2. Juni konnten die entsprechenden Verträge und Vereinbarungen mit Kärnten unter Dach und Fach gebracht werden. Kärnten ist dabei das erste Bundesland, das sich zum Klimaticket bekennt, in dem bislang noch keine Jahresnetzkarte angeboten wird. Damit sind nun bereits fünf der neun Bundesländer „auf Schiene“ in Sachen Klimaticket, während mit der Steiermark sowie den drei Ländern der Ostregion, Niederösterreich, Burgenland und Wien, intensiv weiter verhandelt wird.


Das österreichweiter Klimaticket, die Stufe drei, wird noch heuer bereit stehen und wird komplett vom Bund finanziert. Verglichen mit aktuellen Öffi-Tarifen in einigen Bundesländern wird bereits mit dem österreichweiten Ticket eine nachhaltige finanzielle Erleichterung für zigtausende Pendler*innen ermöglicht und gleichzeitig das Mobilitätsangebot ungemein erweitert:  Eine Jahreskarte auf der Strecke zwischen Oberpullendorf und Eisenstadt kostet aktuell noch 1.159 Euro, zwischen Tulln und Krems 1.259 Euro. Pendler*innen zwischen Mattersburg und Wien bezahlen derzeit noch über 1.700 Euro, wer zwischen Krems und Wien pendelt, bezahlt über 1.800 Euro im Jahr. Zwischen Landeck und Feldkirch kostet eine Monatskarte für die Bahn derzeit 167 Euro, auch hier wird das österreichweite Klimaticket die Fahrten nochmals spürbar günstiger machen.


Sind die Vereinbarungen mit allen Bundesländern geschlossen, kann das österreichweite Ticket über die bundeseigene Plattform „one mobility“ und über die Partner-Unternehmen an den Start gehen. Die Bundesländer, in denen noch keine Jahresnetzkarte existiert, bekommen mit dem dauerhaften Finanzierungszuschuss des Bundes die notwendige Unterstützung zur Einführung ihrer Regionaltickets und zur Verbesserung ihrer Öffi-Angebote. Für die regionalen Tickets gibt es in den Bundesländern sehr unterschiedliche Voraussetzungen, etwa was Überlappungszonen und Einzugsgebiete betrifft, auf die bestmöglich eingegangen werden muss. Der konkrete Einführungszeitpunkt liegt daher bei den einzelnen Ländern, sie sind auch „Product Owner“ der Regionalvarianten. Wenn diese Bundesländertickets stehen, kann die 2-er Stufe in Angriff genommen werden, also die Jahresnetzkarten für zwei Bundesländer. Für uns Grüne ist klar: Das Ticket ist erst fertig, wenn alle drei Stufen umgesetzt sind. 
 

Die 100 Millionen Euro des Bundes fließen, nach der Bevölkerungszahl aufgeschlüsselt, jährlich an die Bundesländer. Für das Jahr 2021 bedeutet das folgende Verteilung:

  • Burgenland: 294.389 Einwohner*innen (3,31% der Gesamtbevölkerung Österreichs), 3.309.831,60 Euro
  • Kärnten: 561.406 (6,31%), 6.311.918,31 Euro
  • Niederösterreich: 1.683.800 (18,93%), 18.931.055,34 Euro
  • Oberösterreich: 1.489.365 (16,75%), 16.745.012,02 Euro
  • Salzburg: 557.780 (6,27%), 6.271.151,00 Euro
  • Steiermark: 1.246.034 (14,01%), 14.009.228,30 Euro
  • Tirol: 756.720 (8,51%), 8.507.844,28 Euro
  • Vorarlberg: 396.782 (4,46%), 4.461.041,69 Euro
  • Wien: 1.908.104 (21,45%), 21.452.917,46 Euro