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am 10. Juli

Rössler: Unterstützung für Maßnahmen gegen Mikroplastik ist grüner Erfolg

Astrid Rössler - Rascher Umsetzung des im Regierungsprogramm vereinbarten „Aktionsplan gegen Mikroplastik“ steht nichts mehr im Weg

Mikroplastik ist überall in unserer Umwelt. In Seen, Flüssen, auf Gletschern, ja sogar in der Arktis wurde es bereits gefunden. Mit einem heute dem Nationalrat vorgelegten Bericht steht fest, dass es auch im Menschen nachgewiesen wurde. „Die Frage ist, wie wir mit dieser Gewissheit umgehen. Machen wir weiter wie bisher, oder hören wir endlich auf, uns Menschen und unsere Umwelt zu schaden.“, kommentiert Astrid Rössler, Umweltsprecherin der Grünen, die heutige Debatte.

Die Grünen haben mit der ÖVP im Regierungsprogramm 2020-2024 einen Aktionsplan gegen Mikroplastik vereinbart. Rössler zeigt sich erfreut, dass sich der Nationalrat heute einstimmig für dessen Umsetzung ausgesprochen hat. „Für mich steht fest: Wir müssen Wegwerfplastik so weit wie möglich reduzieren. Jede Plastikverpackung, die achtlos weggeworfen wird, ist ein Vorläufer von Mikroplastik. Plastik baut sich nicht ab, sondern zerfällt über Jahrzehnte in immer kleinere Teile. So gelangt Mikroplastik in unsere Natur, in Tiere, in unsere Nahrungskette und in uns Menschen.“

In der gemeinsamen Entschließung wird die gesamte Bundesregierung aufgefordert, diesen Aktionsplan auszuarbeiten. „Es braucht vor allem noch viel mehr Forschung über die Ursachen und gesundheitlichen Auswirkungen von Mikroplastik im Menschen. Wir wissen, dass sich an den Mikroplastik-Partikeln vermehrt Schadstoffe und Schwermetalle anheften. Dadurch gelangen erhöhte Schadstoffkonzentrationen in den menschlichen Körper. Die Frage ist, wie lange diese Partikel im Körper verbleiben und zu Entzündungen, toxikologischem Stress oder Funktionseinschränkungen der Leber führen, wie bereits bei Tieren festgestellt wurde“, erklärt Rössler.

Der heute im Nationalrat behandelte Human Biomonitoring Bericht ist der erste seiner Art und wurde von Bundesministerin Gewessler vorgelegt. Human-Biomonitoring bedeutet, dass menschliche Körperflüssigkeiten und -gewebe auf ihre Belastung mit Schadstoffen untersucht werden. Der Bericht fasst die Ergebnisse zahlreicher Studien der letzten Jahre zusammen. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass in einer Studie unterschiedliche Mikroplastikarten in Stuhlproben von Menschen nachgewiesen werden konnten (Studie 2017-2018, Liebmann/Köppel (Umweltbundesamt GmbH); Königshofer/Bucsics/Trauner/Reiberger/Schwabl (Medizinische Universität Wien). Mikroplastik gelangt auf verschiedenen Wegen in die Umwelt. Es kann Produkten zugesetzt sein, etwa in Kosmetika, Reinigungsmitteln, oder Textilien. Dann gelangt es über das Abwasser in die Kanalisation. Oder es verteilt sich durch Abrieb oder Verwitterung von Plastik in der Natur.