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am 15. Oktober

Neßler: Stopp dem Wettrüsten in den Alpen

Barbara Neßler - Keine Förderung mehr für Projekte, die bislang unverbaute Alpenregionen betreffen

Eine große Mehrheit der Österreicherinnen und Österreich lehnt den weiteren Ausbau von Ski-Infrastruktur in den Alpen ab. „Alpen sind kein Privatbesitz, und auch nicht zur Profitgewinnung da. Das exzessive Wettrüsten in den Alpen muss aufhören, die Tourismuswirtschaft muss umdenken und stattdessen auf Qualität statt Quantität setzen“, fordert die Tourismussprecherin der Grünen, Barbara Neßler, anlässlich einer heute, Donnerstag, vom WWF präsentierten Umfrage. Demnach sprechen sich 87 Prozent der Österreicher*innen gegen einen weiteren Ausbau von Ski-Gebieten in bislang unverbauten Bergregionen aus und 64 Prozent sind generell für den Ausbaustopp von Seilbahnen. 

„Die Bevölkerung, vor allem in Vorarlberg, Tirol und Salzburg hat den Wachstumswahn lange mitgetragen. Mittlerweile leidet sie aber zum Teil unter den Auswüchsen des Tourismus. Einheitliche Chaletdörfer, Verkehrschaos, überteuerte Wohnungspreise, Ballermann in den Alpen – fernab von dem, was einmal Urlaub in den Bergen war. Er hat sich zu einem Gegenpol zur einheimischen Bevölkerung entwickelt und das wird von einem Großteil der Menschen nicht mehr goutiert, wie die Umfrage deutlich zeigt, hält Neßler fest.  

„Das ist ein klarer Auftrag an die Politik, den ich sehr ernst nehmen werden. Von mir wird es daher keine Zustimmung geben, wenn es um die Förderung von Projekten mit Ausbauplänen in den Bergen geht. Was es braucht, ist eine alpine Raumordnung“, fordert Neßler und betont, dass sie die Petition des WWF gegen den Flächenfraß „Natur statt Beton. Stoppt die Verbauung Österreichs“ unterstützt. 

„Wenn wir aus der Corona-Krise etwas mitnehmen wollen, dann ist es die Erkenntnis, dass unser Wintertourismus langfristig nur funktionieren wird, wenn die Natur nicht darunter leidet, die Bevölkerung davon profitiert und Wertschöpfung durch Qualität erzielt wird, die nicht gegen die Natur arbeitet, sondern in Respekt vor ihr“, resümiert Neßler.