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am 13. April

Litschauer: Japan darf radioaktives Wasser nicht ins Meer leiten

Martin Litschauer - Fukushima-Super-GAU zeigt mangelndes Verantwortungsbewusstsein von Betreiberfirmen

„Wieder einmal sieht man jetzt am Beispiel der Aufräumarbeiten in Fukushima, wie  weit es mit dem Verantwortungsbewusstsein von AKW-Betreiberfirmen her ist. Anstatt in die sichere Lagerung von radioaktivem Kühlwasser an Land  zu investieren, sollen über eine Million Tonnen verseuchtes Wasser ins Meer geleitet werden. Die Schäden werden somit einfach auf die lokale  Bevölkerung umgewälzt“, kommentiert Martin Litschauer, Anti-Atomenergie Sprecher der Grünen, die Pläne der japanischen Regierung, das  radioaktiv-kontaminierte Kühlwasser aus dem Reaktor-Sarkophag in Fukushima ins Meer zu leiten. Heute hatte die japanische Regierung  entgegen dem Widerstand von Umweltorganisationen und der lokalen  Landwirtschaft- und Fischereibetriebe, der Betreiberfirma Tepco grünes  Licht für die Entsorgung ins Meer gegeben. Als Grund dafür werden einerseits Platznot und andererseits die Unbedenklichkeit für die  menschliche Gesundheit durch vorausgehende Filtration und Verdünnung im  Meer angegeben. 

   „Die Investition in eine sichere Lagerung an Land ist wohl das Minimum an Kompensation für die Folgen der Katastrophe. Es ist noch nicht einmal  klar, wie gut die angekündigte Filtration der radioaktiven Nuklide  funktionieren wird. Sicher ist allerdings, dass auch modernste  Technologien radioaktives Tritium und Carbon-14 nicht herausfiltern  können. In der Nahrungskette können sich diese Nuklide sehr wohl  anreichern und damit bleibt ein Restrisiko für Ökosysteme und die  menschliche Gesundheit vorhanden. Die japanische Regierung handelt hier  grob fahrlässig. Gerade im Bereich Atomenergie und Strahlungsschutz muss  das Vorsorgeprinzip oberstes Gebot sein. Aufgrund der Halbwertszeiten  vieler Isotope, ist jedes Jahr, in dem das Wasser länger an Land gelagert wird, ein Gewinn. Die Betreiberfirma Tepco muss zu ihrer  Verantwortung stehen und die Kosten dafür übernehmen“, meint Litschauer.