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am 21. Mai

Fischer/Rössler: Rechnungshof-Bericht zeigt großen Handlungsbedarf bei der Lebensmittelverschwendung

Astrid Rössler, Ulrike Fischer - Grüne setzen mit Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung an den richtigen Hebeln an

 „Wir müssen uns bewusst werden, dass wir durch die Verschwendung von genussfähigen Lebensmitteln nicht nur wichtige Ressourcen verbrauchen, auch der soziale Aspekt muss berücksichtigt werden“, meint Ulrike Fischer, Konsument*innenschutzsprecherin der Grünen. „Es ist zynisch, genusstaugliche Lebensmittel wegzuwerfen anstatt sie zu spenden“, betont Fischer. Das Thema allein kann aber nicht nur den Konsument*innen bzw. privaten Haushalten zugeschrieben werden, es betrifft die gesamte Wertschöpfung, von der Produktion bis zur Abfallverwertung. „Wir müssen gesamtgesellschaftliche Lösungen finden, wie wir die Lebensmittelverschwendung verhindern können“, hält Fischer fest.

Auf rund 791.000 Tonnen jährlich schätzt der Rechnungshof das Ausmaß der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Österreich. Der heute vorgestellte Bericht betont jedoch, dass es sich dabei nur um einen „näherungsweisen Überblick“ handelt - eine systematische und umfassende Erhebung der Zahlen fehlt.

Auch Umweltsprecherin Astrid Rössler zeigt sich alarmiert: „Der Rechnungshofbericht zeigt das erschreckende Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in Österreich. Das ist Ausdruck eines perversen Systems der Überproduktion, des sorglosen Umgangs mit unseren begrenzten Ressourcen und der Wegwerfgesellschaft, in der wir leben. 791.000 Tonnen – damit könnte man ganz Tirol und Vorarlberg ein Jahr lang satt machen“, erläutert Rössler und weiter: „Der Rechnungshofbericht zeigt auch, dass wir mit unserem Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung ein ganz wichtiges Maßnahmenpaket erarbeiten, das an den richtigen Hebeln ansetzt.“ 

Ein Entschließungsantrag zur Erarbeitung des Aktionsplans wurde letzten November im Konsumentenschutzausschuss des Parlaments einstimmig angenommen. Der Aktionsplan sieht neben dem Wegwerfverbot von genusstauglichen Lebensmitteln aus dem Lebensmitteleinzelhandel auch eine nationale Koordinierungsstelle zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung sowie die Verbesserung der Datenbasis über die gesamte Wertschöpfungskette vor.