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am 2. März

Stammler zu erschütternder Irrfahrt von Rindern: Tiertransporte endlich eindämmen

Clemens Stammler - Schärfere Verordnungen für Lebendschlachttier-Transporte und Aufklärung dieses Skandal-Transports sind unumgänglich

"Tausende, teils kranke Rinder stehen eingepfercht auf einem Schiff und können nicht von Bord. Mitten im Meer und kein Land will sie haben. Darin offenbart sich ein perfides aber offenbar lukratives System, das Tierleid erzeugt - und keiner will Verantwortung übernehmen, wenn es kollabiert. Dieser erschütternde Fall ist ein einziges, laut schreiendes Argument, sowohl Tiertransporte grundsätzlich einzudämmen als auch schärfere Verordnungen und Kontrollen bezüglich Lebendschlachttiertransporten einzuführen. In der Farm-to-Fork Strategie der EU wäre das ein wichtiger Schritt", kommentiert Clemens Stammler, der Grüne Sprecher für den ländlichen Raum im Parlament und Obmann der Grünen BäuerInnen OÖ, das Leid der Rinder auf zwei Frachtschiffen.

Bekanntlich verließen diese am 18. Dezember mit 2.600 lebenden Rindern an Bord die spanische Küste mit dem Ziel Türkei. Aufgrund des Ausbruchs der Blauzungenkrankheit wurde den Frachtschiffen von allen in Betracht kommenden Staaten das Anlegen verwehrt. Rund 900 Tiere müssen nach der nunmehrigen Rückkehr nach Spanien notgeschlachtet werden, das zweite Schiff treibt mit den anderen Rindern vor Zypern.

Das Tierleid und die Zustände auf dem Schiff müssen unvorstellbar sein. Stammler fordert, dass die Staatengemeinschaft hier endlich eingreift: "Einerseits muss die Qual für die Tiere sofort beendet werden. Andererseits müssen natürlich auch die Hintergründe dieses qualvollen Transports lückenlos aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden."

Zudem bietet der Fall ein weiteres Argument gegen exzessive Tiertransporte, denn Tiertransporte quer über den Globus fördern auch die Ausbreitung von Seuchen. So wurde etwa in Russland erstmals die Vogelgrippe bei Hühnerfarmarbeiter*innen nachgewiesen und die afrikanische Schweinepest bahnt sich ihren Weg rund um die Welt. "Wir müssen eine Seuchenspirale unbedingt verhindern. Dazu müssen wir die Tiertransporte massiv reduzieren und die Produktion nahe an die Konsument*innen bringen. Das bedeutet eine Stärkung der regionalen Landwirtschaft mit würdigen Haltungsbedingungen. Globalisiertes Tierleid muss endlich der Vergangenheit angehören", sagt Stammler.