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am 28. März

Schluss mit den Missständen bei Tiertransporten

Die Redaktion - Tiere müssen so gehalten werden, dass ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden. Sarah Wiener, Thomas Waitz und Daniel Zadra haben heute Maßnahmen präsentiert, damit Tiere in Zukunft bei Transporten nicht länger unerträglichen Bedingungen ausgesetzt sind.

Wir fordern ein Ende der Missstände und eine Verbesserung des Systems bei Tiertransporten. Die kürzlich aufgedeckten gesetzeswidrigen Kälbertransporte von Vorarlberg bis nach Spanien sind ein Hinweis auf ein absolut perverses und unsinniges System, das geändert gehört.​

„Kälbertransporte von Vorarlberg bis nach Spanien sind ein Hinweis auf ein absolut perverses und unsinniges System, das geändert gehört.“
Sarah Wiener, Grüne Kandidatin zur EU-Wahl

Zigtausend Kälber werden in andere Länder gekarrt und dabei nicht wesensgemäß gehalten. Da nur die weiblichen Jungtiere zu Milchlieferantinnen gezüchtet werden können, sind männliche Junge von Milchkühen nur "Nebenprodukte". Dabei enden sie meist in Mastbetrieben, wie Daniel Zadra, Grüner Abgeordneter im Vorarlberger Landtag erklärt: "Sie gehen zuerst durch das Fegefeuer der Transporte, um dann in der Hölle der Maststelle zu landen." Um das Tierleid zu reduzieren, fordern die Grünen, dass die zuständigen Landesräte sowie die zuständige Ministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) "endlich aufhören, die Verantwortung abzuschieben, und die Tierqualen beenden", so Zadra.

Amtstierärzte in der Pflicht

Thomas Waitz, EU-Abgeordneter der Grünen, nahm auch die Amtstierärzte in die Pflicht. Sie müssen die Einhaltung der EU-Transportverordnung sicherstellen und dürfen Transporte nur dann abfertigen, wenn sie die erlaubte Dauer nicht überschreiten. Jener Amtstierarzt, der im ORF Report vom Dienstag angegeben habe, dass der Transport erst beginne, wenn das Fahrzeug die Ladestelle verlässt, habe unrecht. Das sei "definitiv EU-rechtswidrig". Der Transport beginne mit der Verladung des ersten Tieres und ende mit der Entladung des letzten. "Wir werden eine Sachverhaltsdarstellung einreichen, dass ein Amtstierarzt Transporte abfertigt, die er nicht dürfte", betonte Waitz. Generell sollten Langstreckentransporte laut Waitz der Vergangenheit angehören.

Vorrang für Regionales

Eine mögliche Lösung ist für Wiener das Zweinutzungsrind. Dieses kann sowohl Fleisch als auch Milch geben, "sodass es sich lohnt, Jungen und Mädchen aufzuziehen und zu vermarkten". Zudem werde in der nächsten Legislaturperiode über die "gemeinsame Agrarpolitik Europas" abgestimmt. "Jetzt ist es also Zeit, um für Veränderungen einzustehen", sagte Wiener. Vorstellen können sich die Grünen aber auch eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch in Restaurants. "Regionales muss Vorrang haben. Das hilft der Umwelt, den Tieren und dem Geschmack", sagte Wiener. Zusätzlich gelte es auch, den tierischen Konsum einzuschränken. "Wir sollten lieber weniger, dafür aber ordentliches Fleisch essen", so Wiener.