Bundesländer
Navigation:
am 17. Juni

Rössler: Abschuss von bedrohten Tierarten ist EU-rechtswidrig und löst das Problem nicht

Astrid Rössler - Jahrelange Versäumnisse beim Herdenschutz endlich nachholen und betroffene Bauern großzügig unterstützen

„Während andere Länder Europas seit Jahren Herdenschutzmaßnahmen mit Zäunungen und Hunden zum Schutz ihrer Tiere finanziell großzügig unterstützen und damit bereits viel Erfahrung aufbauen konnten, gehen Salzburgs Bauern beim Schutz ihrer Herden weiterhin leer aus“, kritisiert die Umweltsprecherin der Grünen, Astrid Rössler.  

Die Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau hat heute den Abschuss eines Wolfes bewilligt, der im vergangenen Jahr innerhalb weniger Wochen mehr als 24 Schafe gerissen haben soll.

Begründet wird dies ausgerechnet mit der Abwendung von wirtschaftlichen Schäden. „Doch genau zur Abwendung dieser Schäden bietet sich der Herdenschutz an und wird von der EU auch ausdrücklich gefordert und unterstützt“, sagt Rössler und weiter: „Mit dem nun in erster Instanz genehmigten Abschuss setzt sich Salzburg über den strengen Schutz des EU-Rechtes hinweg und negiert die geforderten Maßnahmen zum Herdenschutz.“

„Den betroffenen Bauern ist damit überhaupt nicht geholfen. Die Versäumnisse der vergangenen Jahre werden damit nicht aufgeholt und der Abschuss einer gefährdeten und streng geschützten Tierart ist keine Lösung. Wir können längst von den Erfahrungen anderer Länder profitieren und bewährte Herdenschutzmaßnahmen übernehmen“, meint die Umweltsprecherin. „Ich appelliere an die Vernunft, nachhaltige Herdenschutzmaßnahmen nicht weiter zu blockieren und gerade in Zeiten des weltweit größten Artensterbens nicht den Abschuss einer bedrohten Tierart als Lösung zu verkaufen.“

Rössler fordert: „Das Land Tirol hat gerade 500.000 Euro als jährliche Unterstützung für Herdenschutzmaßnahmen beschlossen, diesem Beispiel sollte auch Salzburg folgen.“