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am 21. April

Grüne erhöhen Tempo beim Artenschutz

Astrid Rössler -

Ein weiterer Meilenstein für den Schutz der Arten- und Lebensraumvielfalt: Österreich tritt der internationalen Allianz für Biodiversität („High Ambition Coalition for Nature and People“) bei. Dies verkündete Umweltministerin Leonore Gewessler Anfang des Monats. Österreich reiht sich damit in eine Gruppe von Staaten ein, die für ambitionierte Ziele zum Schutz der biologischen Vielfalt (Biodiversität) eintritt. Die Allianz wurde Anfang des Jahres unter Vorsitz von Costa Rica, Frankreich sowie Großbritannien ins Leben gerufen. Zentrale Forderung der Allianz ist das „30x30-Ziel“: mindestens 30% der globalen Land- und Meeresflächen sollen bis 2030 unter wirksamen Schutz gestellt werden. Die Allianz strebt eine Verankerung des 30x30-Ziels im Rahmen der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (UN-CBD) an. Nachdem die Weltgemeinschaft sämtliche der bis 2020 gesteckten Artenschutzziele verfehlt hat, sollen bei der für Oktober in Kunming (China) anberaumten Vertragsstaatenkonferenz neue Ziele vereinbart werden. 

Natur in ihrer Vielfalt schützen heißt unsere Lebensgrundlagen erhalten


Warum braucht es dieses „30x30-Ziel“? Zusammen mit der Klimakrise ist das dramatische Ausmaß der Naturzerstörung und das damit verbundene Artensterben die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Die Biodiversität – also die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten, Ökosysteme und genetischen Ressourcen – ist die Grundlage allen Lebens: sie bildet die Basis für unsere Landwirtschaft sowie die Versorgung mit Trinkwasser und sauberer Luft. Gesunde Ökosysteme regulieren das Klima, tragen zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit bei und bieten Lebensräume für Insekten und andere Bestäuber. 

Mit der voranschreitenden Zerstörung, Zerschneidung und Verbauung von natürlichen Lebensräumen gefährden wir also unsere eigenen Lebensgrundlagen. Auch für unsere Gesundheit stellt die Naturzerstörung eine ernsthafte und unmittelbare Bedrohung dar: geschwächte Ökosysteme sind der Nährboden neuer Infektionskrankheiten wie Zika, Ebola oder COVID-19.

Biodiversität auch in Österreich bedroht


Weltweit hat das Artensterben ein dramatisches Ausmaß angenommen: Sofern wir nicht konsequent gegensteuern, sind eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Das entspricht jeder achten Art auf diesem Planeten. Die Zerstörung von Lebensräumen ist der häufigste Grund für diese Entwicklung. Als Menschheit haben wir bereits 75% der weltweiten Landfläche massiv verändert. Damit ist der Mensch Hauptverursacher des „sechsten Massenaussterbens in der Geschichte des Lebens“, wie es Wissenschafter*innen nennen.  

Auch in Österreich ist die Situation alles andere als rosig: Mehr als die Hälfte aller Amphibien und Reptilien, knapp die Hälfte aller Fische und ein Drittel aller Vögel und Säugetiere hierzulande gelten als stark gefährdet. Das verdeutlicht den dringenden Handlungsbedarf.

Wie wir der Biodiversitätskrise gegensteuern 


Mit dem Beitritt zur internationalen Allianz für Biodiversität bekennt sich Österreich zu seiner internationalen Verantwortung, seinen Beitrag zum Schutz der Natur zu leisten. Auf nationaler Ebene arbeiten wir bereits mit Hochdruck an der Verbesserung des Artenschutzes: Seit Ende März ist der neu geschaffene Biodiversitätsfonds für Einreichungen offen. Dieser Fonds des Klimaschutzministeriums dient der Förderung von Projekten zum Schutz und Erhalt der Natur und Vielfalt Österreichs. Entsprechende Projekte können ab sofort im heuer mit fünf Millionen Euro dotierten Fonds um Fördermittel ansuchen. Mit Mitteln aus dem EU-Aufbaufonds wird der Fonds um 50 Millionen Euro zusätzlich aufgestockt

Weitere Programme zum Schutz der heimischen Natur befinden sich gerade in Ausarbeitung: dazu zählen Strategien in den Bereichen Biodiversität, Bodenschutz und Kreislaufwirtschaft sowie Aktionspläne gegen Mikroplastik und zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Österreich soll wieder zum Umweltmusterland werden.

#grünwirkt