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am 6. März

Disoski/Götze: „Equal Pay Siegel“ kann nur ein erster Schritt sein

Meri Disoski, Elisabeth Götze - Einkommensgerechtigkeit braucht Transparenz und Frauenquoten in Vorständen

„Die Business and Professional Women haben anlässlich des Equal Pay-Days vorgerechnet, dass die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern rund 15 Prozent betragen. Das ist um 15 Prozent zu viel. Wenn Frauen jedes siebente Jahr nicht bezahlt werden, dann ist das nichts anderes, als eine krasse geschlechterbedingte Diskriminierung. Gegen diese müssen Politik und Wirtschaft zusammen entschlossen vorgehen, damit aus der seit 100 Jahren bekannten Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit endlich gelebte Realität wird“, meint Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen.

Das heute von den Ministerinnen Schramböck und Raab präsentierte „Equal Pay Siegel“, das im türkis-grünen Regierungsprogramm vereinbart wurde, sieht Disoski als eine „gute erste bewusstseinsbildende Maßnahme, der viele weitere verpflichtende folgen müssen“, hält Disoski fest.

„Alle Maßnahmen, die die Einkommensgerechtigkeit von Frauen fördern, sind wichtig“, sagt Elisabeth Götze, Wirtschaftssprecherin der Grünen, und weiter: „Studien belegen, dass Frauen in Führungspositionen den Unternehmenserfolg erhöhen. Doch wir sind, was weibliche Führung betrifft, im internationalen Vergleich im Rückstand. Zum Nachteil der österreichischen Unternehmen und unseres Wirtschaftsstandortes. Daher brauchen wir endlich auch einen entsprechenden Anteil von Frauen in Spitzenjobs. Dafür sind Frauenquoten in Vorständen dringend erforderlich.“

„Weniger Lohn für Frauen und die daraus resultierenden ökonomischen Nachteile begleiten Frauen ihr Leben lang und führen sie meistens auch direkt in die Altersarmut. Das dürfen wir nicht akzeptieren“, führt Disoski aus.

Den Schlüssel zur Lohngerechtigkeit verortet Disoski in der Einkommenstransparenz: „Gehälter müssen offengelegt werden und wo das nicht passiert, muss es Sanktionen geben. Die in den letzten Jahren gesetzten Maßnahmen haben nicht das erwünschte Ergebnis erzielt. Auch, weil deren Einhaltung nicht sanktioniert wird. Hier liegt ein Hebel, den wir nutzen müssen.“