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am 21. Mai

Rössler: Mit Biodiversitätsoffensive Österreich wieder zum Umweltmusterland machen

Astrid Rössler - Tag der Biologischen Vielfalt: Sensibles System der Artenvielfalt droht wie Kartenhaus zusammenzubrechen

„Der Tag der biologischen Vielfalt soll uns vor Augen führen, wie sehr wir alle auf der Erde von der Vielfalt des Lebens abhängen. Wie in einem Kartenhaus spielt jede Tier- und Pflanzenart ihre Rolle und stabilisiert das System. Gerät dieses aus dem Gleichgewicht, kann das unabsehbare Kettenreaktionen auslösen“, erläutert Astrid Rössler, Umweltsprecherin der Grünen. „Nach Ansicht der Wissenschaft sind wir Menschen die Ursache für das ‚Sechste Massenaussterben in der Geschichte des Lebens‘. Die globale Aussterberate ist 10 bis 100 Mal höher als sie im Durchschnitt der letzten 10 Millionen Jahre war“, meint Rössler mit Verweis auf die Erkenntnisse des Weltbiodiversitätsrates (IPBES). „Auch in Österreich ist die Situation besorgniserregend. Mehr als die Hälfte aller Amphibien und Reptilien, knapp die Hälfte aller Fische und ein Drittel aller Vögel und Säugetiere stark gefährdet“, ist Rössler betroffen. 

„Die Wissenschaft ist sich einig. Entschlossenes Handeln gegen die Biodiversitätskrise ist mindestens genauso wichtig wie der Kampf gegen die Klimaerhitzung. Die gute Nachricht ist, vieles, was gegen die Klimaerhitzung hilft, trägt auch zur Eindämmung des Artensterbens bei. Den Flächenfraß verringern, beschädigte Ökosysteme wiederherstellen, die Landnutzung in Einklang mit ökologischen Prinzipen bringen“, sagt Rössler und ergänzt: „Gemeinsam mit Umweltministerin Leonore Gewessler setzen wir bereits alle auf Bundesebene zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung.“ So befindet sich die neue Biodiversitätsstrategie bereits in der Fertigstellung. Für die Umsetzung hat Ministerin Gewessler einen Biodiversitätsfonds eingerichtet. Dieser ist seit Ende März für Einreichungen offen und wurde kürzlich mit Mitteln aus dem EU-Wiederaufbaufonds mehr als verzehnfacht. Auch ein umfassendes und bundesweites Biodiversitätsmonitoring ist seit einigen Wochen auf Schiene. "Das ist nur der Anfang. Weitere Maßnahmenpakete befinden sich in der Ausarbeitung. Dazu zählen eine österreichweite Bodenschutzstrategie sowie eine Kreislaufwirtschaftsstrategie. Außerdem befinden sich Aktionspläne gegen Lebensmittelverschwendung und Mikroplastik in Arbeit“, betont Rössler.

Wirksamer Schutz von Arten und ihren Lebensräumen erfordert aber, dass alle an einem Strang ziehen. „Besonders appelliere ich an die Verantwortlichen in Ländern und Gemeinden, beim Flächenverbrauch sparsamer zu werden und den Arten- sowie Lebensraumschutz verstärkt in die Raumordnung zu integrieren. Denn der Flächenfraß ist der Artenkiller Nummer eins“, meint Rössler und verweist auch auf die zentrale Rolle der Landwirtschaft beim Schutz der Biodiversität: „Wir müssen unser Land- und Forstwirt*innen dabei unterstützen, ihre Felder und Wälder auf biodiversitätsfördernde, bodenschonende und klimafreundliche Weise zu bewirtschaften. Wir dürfen für den kurzfristigen Gewinn nicht mehr unsere Zukunft aufs Spiel setzen.“ Rössler zeigt sich zuversichtlich: „Immer mehr Menschen fordern lautstark den Wandel - eine Politik, die eine lebenswerte Zukunft gestaltet. Wir Grüne nehmen diesen Auftrag als Regierungspartei ernst und kämpfen jeden Tag weiter dafür.“