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am 19. Mai

350 Millionen Euro für Kreislaufwirtschaft und den Schutz der Artenvielfalt

Astrid Rössler - Mehr als eine Drittelmilliarde – 350 Millionen Euro – aus dem EU-Wiederaufbaufonds geht direkt in die Förderung der Kreislaufwirtschaft und den Schutz der Biodiversität. So investieren wir uns ökologisch und sozial aus der Krise heraus.

Doch wohin genau fließen diese Gelder? Hier ein Überblick, wie wir die Mittel aus dem EU-Wiederaufbaufonds in eine lebenswerte Zukunft investieren.

Aufstockung des Biodiversitätsfonds um 50 Millionen Euro zusätzlich

Seit Ende März ist der von Umweltministerin Leonore Gewessler neu geschaffene Biodiversitätsfonds für Einreichungen geöffnet. Dieser Geldtopf dient der Unterstützung der österreichischen Biodiversitätsstrategie 2030, die sich bereits in einem fortgeschrittenem Stadium befindet. Für die Finanzierung von Projekten zum Schutz der heimischen Artenvielfalt stehen ab kommenden Jahr zusätzlich 50 Millionen Euro zur Verfügung. Das ist eine direkte Investition in eine lebenswerte Zukunft, denn eine intakte Natur ist unsere Lebensgrundlage. 

Reparieren statt wegwerfen: 130 Millionen Euro für Reparaturgutscheine

Auch eine österreichweite Reparaturinitiative wird mit den Geldern des EU-Wiederaufbaufonds finanziert. Ab 2022 können Haushalte einen Reparaturgutschein beantragen und sich 50% der Reparaturkosten (bis maximal 200 Euro) ersparen. Der Reparaturbonus wird für Haushaltsgeräte, IT- und Kommunikationsgeräte, Unterhaltungselektronik, Reinigungsgeräte, aber auch elektronisches Spielzeug und Gartengeräte gelten. Insgesamt stehen dafür 130 Millionen Euro zur Verfügung. Wir unterstützen damit rund 400.000 Reparaturen. Das fördert auch die regionale Wirtschaft, denn es sind überwiegend lokale Klein- und mittelgroße Betriebe, die Reparaturdienstleistungen erbringen. Somit wird auch die Beschäftigung hierzulande angekurbelt. Zugleich schafft der Reparaturbonus Anreize zur Wiederverwendung und damit gegen die Ressourcenverschwendung. In Österreich fallen jährlich pro Kopf etwa 9 kg Elektroschrott an. Reparieren statt wegwerfen trägt dazu bei, diesen wachsenden Elektroschrott-Berg zu reduzieren. Von der Reparaturinitiative profitieren also alle: die Haushalte, die lokale Wirtschaft und unsere Umwelt.

170 Millionen Euro zur Förderung der lokalen Kreislaufwirtschaft 

Mit Mitteln aus dem Wiederaufbaufonds werden heimische Betriebe auch bei der grünen Transformation unterstützt. Für die Anschaffung und Umrüstung von Leergutrücknahmesystemen („Pfandautomaten“) sowie Mehrwegabfüllanlagen werden 110 Millionen Euro bereitgestellt. Weitere 60 Millionen Euro fließen in die Errichtung und Nachrüstung von Abfallsortieranlagen. Damit tragen wir zum ökologischen Umbau der heimischen Wirtschaft bei. So fördern wir eine Kreislaufwirtschaft, von der Mensch und Umwelt gleichermaßen profitieren. 

Ökologisch und sozial aus der Krise

Insgesamt reservieren wir 46% der Gelder aus dem EU-Wiederaufbaufonds für Klimaschutz- und Ökologisierungsmaßnahmen. Wir übererfüllen damit die EU-Vorgabe von mindestens 37% deutlich. Zugleich achten wir auf soziale Gesichtspunkte – denn der Umbau unserer Wirtschaft muss sozial gerecht und ökologisch nachhaltig erfolgen. Wie geht es nun weiter? Nach Übermittlung des Plans für die Verwendung der Mittel aus dem EU-Wiederaufbaufonds muss dieser nun von Seiten der Kommission genehmigt werden. Noch im Jahr 2021 sollen die ersten Mittel zur Auszahlung gelangen und für den Klimaschutz in Österreich eingesetzt werden.