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am 17. April

Disoski: Grüne für niederschwelligen Zugang zu Schwangerschaftsabbruch

Meri Disoski - Situation österreichweit schon vor Corona prekär

Mehrfach wurde zuletzt auf die Situation ungewollt Schwangerer während der Corona-Pandemie hingewiesen. „Von einem niederschwelligen Zugang zu klinischen und medikamentösen Schwangerschaftsabbrüchen, wie wir Grüne ihn befürworten, sind wir in Österreich weit entfernt – und das ganz ohne Corona“, sagt Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen. „Der erbitterte Kampf konservativer, rechter Parteien und der katholischen Kirche gegen die körperliche Selbstbestimmung von Frauen hat in Österreich ganze Arbeit geleistet.“ 

Beispielsweise ist es in zahlreichen westeuropäischen Ländern möglich, Schwangerschaftsabbrüche auf Krankenschein finanziert zu bekommen - sogar im katholischen Irland. In Österreich gibt es diese Möglichkeit nicht. Die Kosten für ungewollt Schwangere variieren massiv zwischen 300 bis zu über 1000 Euro. 

Zur Situation in der Corona-Krise stellt Disoski klar: „Schwangerschaftsabbrüche gehören selbstverständlich zu jenen unaufschiebbaren medizinischen Maßnahmen, die auch während der Corona-Pandemie durchgeführt werden müssen.“ Dies wird im Wesentlichen auch so gehandhabt. „In den meisten Spitälern und Ambulatorien, die vor Corona Abbrüche durchgeführt haben, werden diese unter besonderen Schutzvorkehrungen weiterhin vorgenommen“, so Disoski, was jedoch keineswegs über die insgesamt prekäre Versorgungslage hinwegtäuschen dürfe. Offensichtlich werde dies beispielsweise im Burgenland, wo Frauen immer noch auf benachbarte Bundesländer ausweichen müssten. Von der dortigen SPÖ-Alleinregierung erwartet sich Disoski deshalb, dass sie „Schwangerschaftsabbrüche im Burgendland endlich in öffentlichen Spitälern möglich macht.“  

Mit Sorge kommentiert Disoski die aktuellen Entwicklungen in Polen. Das dortige Parlament hat am 16. April 2020 in einer ersten Lesung ein de-facto Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen und eine Einschränkung von Sexualaufklärung in Schulen verabschiedet. „Die rechtsnationale PiS versucht im Windschatten von Corona, die reproduktiven Rechte und sexuelle Selbstbestimmung weiter einzuschränken. Bei den hart erkämpften Frauenrechten darf es keine Rückschritte geben - nicht in Österreich und auch nicht in Polen. Hier werden wird keinen Millimeter weichen“, hält Disoski fest.