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am 12. Mai 2016

Lebenswirklichkeiten von LGBTIQ* Jugendlichen in Österreich

- Das war die Podiumsdiskussion von Bundesrätin Ewa Dziedzic und Grüne Andersrum am 10. Mai 2016 im Wiener Palais Epstein.

„Kinderrechte sind Menschenrechte und LGBTIQ* Jugendliche haben ein Recht auf ein diskriminierungsfreies Umfeld und Sichtbarkeit, sei es in der Schule oder am Lehrplatz.“
Ewa Dziedzic, Bundesrätin und Grüne LGBTI Sprecherin
Bild: LGBTIQ Podiumsdiskussion
Claudia Krell, Nin Langer, Johannes Wahala, Meri Disoski, Ewa Dziedzic und Lian Brugger (v.l.n.r.)

präsentation der coming out studie & podiumsdiskussion

Am 10. Mai fand im Palais Epstein die Präsentation der Coming Out Studie des deutschen Jugendinstituts mit anschließender Podiumsdiskussion zu Lebenswirklichkeiten von LGBTIQ* Jugendlichen in Österreich statt.

Auf Einladung von Ewa Dziedzic, Bundesrätin und Grüner LGBTI Sprecherin, diskutierte die Jugendforscherin Claudia Krell mit Nin Langer (Vorstandsmitglied queerconnexion, Schulprojekt der Hosi Wien), Lian Brugger (queer-feministisch aktiv und tätig in einem arbeitsmarktpolitischen Empowermentprojekt) und Johannes Wahala (Leiter Beratungsstelle Courage Wien).

Die Diskussion zeigte eindeutig auf, dass es dringend notwendig ist, sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität im Bildungsbereich und in der Jugendarbeit und Jugendforschung zu thematisieren.

LGBTIQ* Jugendliche sind unsichtbar und leiden darunter. Der Prozess der Pubertät ist schon anstrengend genug und sich auch noch dauernd erklären zu müssen und Ablehnung innerhalb der Familie, des Freund_innenkreises und der Schule zu erfahren, ist sehr schmerzhaft. Mobbing und Bullying sind psychische Gewalt, prägen die Entwicklung und beeinträchtigen dauerhaft die psychische Gesundheit.

"Mir ist völlig schleierhaft, weshalb die Jugendministerin Karmasin hier keinen Handlungsbedarf sieht, wie sie heute in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung schreibt", wundert sich Dziedzic.

„Ministerin Karmasin lässt LGBTIQ* Jugendliche bewusst im Stich und will sie weder im Jugendbericht noch im Better-Life-Index inkludieren.“
Ewa Dziedzic

"Bildungsbereich ist grösste Baustelle"

Im Sinne einer präventiven Gesundheitsarbeit und Stärkung der psychischen Gesundheit von LGBTIQ* Jugendlichen muss auch die Jugendforschung rasch reagieren und Diversität inkludieren. Nächster Schritt muss eine groß angelegte Forschungsstudie zur Lebensrealität von LGBTIQ* Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Österreich sein, um zu wissen von welchen Daten wir eigentlich ausgehen können.

"Die größte Baustelle ist allerdings der Bildungsbereich und die Expert_innen brauchen Unterstützung. Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und die Thematisierung von vielfältigen Lebensformen wie Regenbogenfamilien müssen in die Ausbildung von Kindergartenpädagog_innen, Sozialpädagog_innen und Lehrer_innen aufgenommen werden. Man muss das Rad nicht neu erfinden, es gibt bereits Materialien für den Unterricht, die allerdings kaum in Verwendung und nicht auf Bildungsservern zu finden sind", betont Dziedzic.

Auch die außerschulische Jugendarbeit ist entsprechend gefordert, partizipativ mit den Jugendlichen das Thema LGBTIQ* zu bearbeiten und dauerhaft in ihren Aktivitäten zu verankern.

"Es ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, um einen positiven, gesellschaftlichen Wandel zu bewirken", stellt Dziedzic abschließend fest.

Bild: LGBTIQ Podiumsdiskussion
Nin Langer, Johannes Wahala, Ewa Dziedzic, Birgit Meinhard-Schiebel, Lian Brugger, Claudia Krell und Meri Disoski (v.l.n.r.)