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am 19. August

Weitere 3 Monate Verzögerung für Glyphosat-Ausstieg

Thomas Waitz, Olga Voglauer -

Die Europäische Kommission hat ihre Bedenken zur EU-Rechtskonformität geäußert, gleichzeitig aber auch verschiedene Wege aufgezeigt, die Österreich für den Glyphosat-Ausstieg beschreiten kann. Bis Mitte November kann im Nationalrat an einer haltbaren rechtlichen Lösung gearbeitet werden.

„Wir wollen endlich die Gift-Rückstände in unserem Essen loswerden. Die Kommission hat keine verbindlich zu berücksichtigenden Einwände in Form einer ausführlichen Stellungnahme abgegeben. Das bedeutet aus unserer Sicht: Wo ein Wille, da ein Weg. Jetzt ist nicht nur das Parlament, sondern auch die zuständige Ministerin Köstinger gefordert, sich eingehend mit den Bemerkungen der Kommission auseinanderzusetzen. Schließlich geht es um unsere Gesundheit und um eine intakte Umwelt“, ist Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen überzeugt.

Die neuerliche Verzögerung wird nun genutzt, um die rechtlichen Möglichkeiten genau zu prüfen, wie ein Glyphosatausstieg aussehen könnte. Schließlich scheint die öffentliche Abneigung gegenüber dem massiv umstrittenen Pflanzengift in der Zwischenzeit noch gestiegen zu sein. Dazu beigetragen haben auch zahlreiche Klagewellen gegen Glyphosathersteller Bayer in den USA und in Deutschland. "Immer mehr europäische Mitgliedsstaaten verbieten das Pflanzengift. Glyphosat wird bereits in Frankreich, Luxemburg und Belgien nicht mehr zugelassen. Nun muss ihm auch in Österreich die Zulassung entzogen werden. Außerdem muss alles daran gesetzt werden, eine EU weite Neuzulassung des Pflanzengifts 2022 zu verhindern", zeigt sich der EU-Abgeordnete Thomas Waitz entschlossen.

Bereits im Jahr 2017 haben knapp 1,2 Mio Menschen die Europäische Bürgerinitiative für das Verbot von Glyphosat unterschrieben. „Den NGOs, die jahrelang über die Gefahren von Glyphosat für die Gesundheit und die Umwelt aufgeklärt haben, gilt unser großer Dank. Ohne ihre intensive Arbeit sowie die Studien von unabhängigen Wissenschaftler*innen hätte die Agrarlobby weiterhin das Sagen. Nun wendet sich langsam das Blatt!“, so Voglauer.