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am 1. Juni

Voglauer/Stammler/Lackner zum Weltbauerntag: Lob, Dank und Anerkennung ersetzen keine Interessensvertretung

Andreas Lackner, Olga Voglauer, Clemens Stammler - Grüne bedanken sich bei Bäuerinnen und Bauern und betonen die Wichtigkeit einer starken bäuerlichen Interessensvertretung

„Am heutigen 1. Juni ist Weltbauerntag. An diesem Tag wollen wir die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern ins Rampenlicht rücken und ihnen für ihre großartige Arbeit danken“, leitet Olga Voglauer, Agrarsprecherin der Grünen, ein und führt weiter aus: „Dank alleine ist jedoch nicht genug. Die Bäuerinnen und Bauern verdienen auch die restlichen 364 Tage eine starke Stimme, die ihre Leistungen sichtbar macht und die Interessen ihrer Mitglieder konsequent vertritt". 

Die Interessen der Bäuerinnen und Bauern werden durch die Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) vertreten. Diese ist, anders als etwa die Wirtschafts- oder Arbeiterkammer, als Verein ohne demokratische Struktur organisiert. Für Clemens Stammler, Grüner Regionalsprecher und Sprecher für den ländlichen Raum, sowie Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern Österreich (GBB) und Landwirtschaftskammerrat, führt das zu massiven Nachteilen für die Bäuerinnen und Bauern. „Die Raiffeisengenossenschaft ist in der Vollversammlung der LKÖ mit gleich zwei Sitzen vertreten. Die Raiffeisen agiert heute als internationaler Konzern und die dort beschäftigten Funktionär*innen vertreten damit nicht nur die Interessen von Bäuerinnen und Bauern, sondern auch jene von beispielsweise Molkereien oder der Pestizidindustrie. Interessenskonflikte sind hier vorprogrammiert und natürlich schwächen diese internen Interessenskonflikte die Interessensvertretung auch insgesamt".

Andreas Lackner, Bundesrat, Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern Steiermark und Landwirtschaftskammerrat, sieht daneben noch ein weiteres Problem: „Die Vereinsstruktur führt außerdem zu blinden Flecken in den Kontrollmöglichkeiten durch die Rechnungshöfe. Die LKÖ finanziert sich zum überwiegenden Teil aus den Kammerumlagen der Bundesländer. Gerade beim Hantieren mit Pflichtbeiträgen sind wir unseren Mitgliedern ein Maximum an Transparenz schuldig". 

Im Regierungsprogramm wurde daher die Umwandlung der LKÖ in eine Körperschaft öffentlichen Rechts vereinbart. Eine transparente LKÖ, die kompromisslos für die Interessen ihrer Mitglieder einsteht, würde dadurch ermöglicht. Stammler dazu: „Ich möchte mich zum Weltbauerntag herzlich bei allen Bäuerinnen und Bauern bedanken. Ich bin froh, dass wir die Umwandlung der LKÖ in eine Körperschaft öffentlichen Rechts im Regierungsprogramm vereinbaren konnten. Damit bekommen die Bäuerinnen und Bauern, neben Dankbarkeit, auch endlich die Interessensvertretung, die ihnen zusteht.“ Auch Voglauer betont nochmals die Wichtigkeit einer konsequenten Vertretung: „Die Bäuerinnen und Bauern leisten Großartiges. Danken wir ihnen daher nicht nur heute, sondern setzen wir uns für eine Interessensvertretung ein, die diesen Namen auch verdient“. Lackner abschließend: „Vielen Dank an alle Bäuerinnen und Bauern für eure wertvolle Arbeit. Als Bäuerinnen und Bauern seid ihr nicht nur Lebensmittelproduzent*innen, sondern auch charaktergebend für das gesamte Land. Daher braucht es eine LKÖ, die die bäuerlichen Interessen konsequent vertritt. Im Interesse der Bäuerinnen und Bauern und damit im Interesse von ganz Österreich.“