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am 17. März

Voglauer: Mit wenigen Cent mehr Tierwohl sicherstellen

Olga Voglauer - Aktuelle Studie belegt: Tierwohl im Schweinestall ist leistbar – für die Konsument*innen und Produzent*innen

In einer aktuellen Studie von Leopold Kirner und Bernhard Stürmer wird klar aufgezeigt, dass der Weg in Richtung Tierwohl in der Schweineproduktion ökonomisch machbar ist, wenn entsprechende Vermarktungsprogramme zeitnah entwickelt werden. Im aktuellen Diskurs zu mehr Tierwohl in der Landwirtschaft, zeigen die Berechnungen von Kirner und Stürmer, dass die Mehrkosten pro Kilo Schweinefleisch lediglich bis zu 35 Cent ausmachen, wenn Förderungen mit einberechnet werden. „Mit diesen Berechnungen kann jetzt weitergearbeitet werden. Mehr Tierwohl im Schweinestall heißt, erste Schritte weg vom Vollspaltenboden und hin zum eingestreuten Liegebereich, Auslauf und mehr Platz für jedes Tier. Hier hat die neue Förderperiode in der Landwirtschaft anzusetzen. Vor allem braucht es den Schulterschluss mit der AMA, die eine Weiterentwicklung des AMA-Gütesiegels vorzulegen hat“, sagt die Landwirtschaftssprecherin der Grünen, Olga Voglauer. Zwei Drittel der Schweine werden in Österreich auf Vollspalten gehalten. Um den gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden, sind Lenkungsanreize weg von Vollspalten längst überfällig und können nur über die Entwicklung von Tierwohlstandards entsprechenden Förderungen und Labels erfolgen.

   Den heimischen Bäuerinnen und Bauern kann hier die Herkunftskennzeichnung den wesentlichen Hebel liefern: „Ich appelliere an das Wirtschaftsministerium und das Landwirtschaftsministerium hier Gespräche aufzunehmen und konstruktiv an der Entwicklung einer Herkunftskennzeichnung zu arbeiten. Die Gastronomie ist hier selbstverständlich einzubinden, denn Qualität, Regionalität und Tierwohl punktet auch am Teller im Gasthaus. Die Mehrkosten dafür – das zeigt die Studie von Kirner und Stürmer deutlich – sind überschaubar,“ sagt Voglauer.

   Für die bäuerlichen Betriebe kann eine Planungssicherheit gewährleistet werden, wenn die entsprechenden Qualitätsprogramme und die dazugehörigen Absatzmärkte jetzt aufgebaut werden. In diese Richtung zielte auch das Tierschutzvolksbegehren ab, welches voraussichtlich ab April im Österreichischen Nationalrat behandelt wird. Hier haben fast eine halbe Million Österreicher*innen ihren Wunsch nach mehr Tierwohl und Transparenz im Regal und am Teller kundgetan.

   Weitere Informationen zur Studie finden sie unter: https://www.buel.bmel.de/index.php/buel/article/view/342/545