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am 10. Juni

Regierung geht gegen Lebensmittelverschwendung vor

Ulrike Fischer, Astrid Rössler -

Zwischen 800.000 und 1 Million Tonnen genusstauglicher Lebensmittel werden in Österreich jährlich weggeworfen. Dem muss ein Ende gesetzt werden, denn viele Familien in Österreich haben Schwierigkeiten, sich eine ausgewogene Ernährung zu leisten. Aber die Verschwendung von Lebensmitteln ist nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökologische Frage. Mit den weggeworfenen Lebensmitteln werden auch die für ihre Herstellung benötigten Ressourcen wie Wasser, Boden, Nährstoffe und Energie vergeudet. Das belastet unsere Umwelt und ist schlecht fürs Klima. Wenn 1 kg Lebensmittelabfall im Haushalt vermieden wird, können damit rund 1,90 kg CO2-Äquivalente eingespart werden.

Warum ist das wichtig?

Der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung ist eines der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG 12.3) der globalen Agenda für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Denn die Vermeidung von Lebensmittelabfällen stärkt unser Ernährungssystem, schont wertvolle Ressourcen und entlastet das Klima. Wir haben es hier mit einem vielschichtigen Problem zu tun, das individuelle Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen erfordert. Ob am Feld, im Lager, in der verarbeitenden Industrie, in der Gastronomie, im Handel oder in den Haushalten – an jeder Stelle der Wertschöpfungskette landen genusstaugliche Lebensmittel in der Tonne. 

Koordinierungsstelle auf den Weg gebracht

Zur Bekämpfung der Verschwendung hat die Bundesregierung auf Initiative von Umweltministerin Leonore Gewessler im Rahmen des Minister*innenrats am 9. Juni die Einrichtung einer Koordinierungsstelle gegen Lebensmittelverschwendung beschlossen. Die neue Koordinierungsstelle, deren Einrichtung ein zentraler Punkt des Regierungsprogramms 2020-2024 ist, umfasst unter Leitung des Klimaschutzministeriums noch vier weitere Ministerien. So wird das volle ökologische, ökonomische, soziale und bildungspolitische Know-How gebündelt. Diese Zusammenarbeit ist enorm wichtig – denn um die zukünftige Verschwendung zu stoppen müssen wir alle an einem Strang ziehen. Nur so kann uns der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung gelingen. 

Wie geht es weiter?

Die Koordinierungsstelle wird nun zügig eine Strategie und einen Aktionsplan erarbeiten. Dabei werden auch Vertreter*innen relevanter Interessensgruppen wie sozialen Einrichtungen, der Lebensmittelindustrie, der Landwirtschaft, dem Handel und Umweltorganisationen einbezogen. So werden wir in Zukunft unsere wertvollen Ressourcen besser schützen und unser Klima schonen.