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am 5. Mai

Gedenken muss auch Handeln zur Folge haben

Eva Blimlinger -

Eva Blimlinger, gedenkpolitische Sprecherin der Grünen, erinnert am Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus daran, auch Handlungen über das Gedenken hinaus zu setzen

Am 5. Mai 1945 wurde das Konzentrationslager Mauthausen in Oberösterreich von der US Army befreit. Am 27. April wurde die Unabhängigkeitserklärung veröffentlicht, der Zweite Weltkrieg war noch nicht beendet. 1997 erklärte der Nationalrat den 5. Mai zum nationalen Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Seither wird der 5. Mai jährlich als Gedenktag von beiden Kammern des Parlaments und von Schulklassen in ganz Österreich begangen. Die Befreiungsfeier am Gelände der Gedenkstätte Mauthausen ist ein wesentlicher Teil dieses Gedenktages, die aber heuer angesichts der COV-19 Maßnahmen wie so viele andere Veranstaltungen nur virtuell stattfinden können.

„Gedenken muss einerseits den Blick in die Vergangenheit und anderseits in die Zukunft richten und diese beiden Perspektiven bestenfalls miteinander verbinden“, erklärt Eva Blimlinger den Sinn und die Notwenigkeit von Gedenktagen. So ist es unabdingbar, dass wir alle Maßnahmen treffen um gegen Gewalt und Rassismus aufzutreten; sei es im Netz, sei es im Alltag, sei es in der Arbeitswelt, sei es in der Familie, wo auch immer. Das muss selbstverständlich über die Grenzen Österreichs hinausgehen, denn Gewalt und Rassismus sind leider grenzenlos.

Ein Vorhaben in dem sowohl Vergangenheit mit Zukunft verbunden werden könnte, ist die Umbenennung von Kasernen. 

Bereits unter dem ehemaligen Bundesminister für Landesverteidigung Thomas Starlinger wurde begonnen österreichische Kasernen anders zu benennen. So wurde die Rossauer Kaserne im Jänner 2020 nach den Widerstandskämpfern Robert Bernadis und Anton Schmid benannt.  Und da gibt es noch die eine oder Kaserne die einen neuen Namen verdient – die Richard-Wadani-Kaserne. Es wäre an der Zeit, eine Kaserne nach dem am 19. April 2020 verstorbenen Wehrmachtsdeserteur Richard Wadani zu benennen. Wadani, der maßgeblich an der Anerkennung der Verfolgten der NS-Justiz in den 1990er Jahren beteiligt war, zählte als Mitglied der Tschechoslowakischen Exilarmee in Großbritannien zu den tatsächlichen Befreiern. „Im Sinne eines zukunftsbezogenen Geschichtsbewusstseins würde ich mich sehr freuen, wenn eine österreichische Kaserne nach einem Deserteur aus der deutschen Wehrmacht benannt werden würde“, resümiert Eva Blimlinger. 

Blimlinger schlägt vor, dass die Kaserne des österreichischen Bundesheeres in Klagenfurt, benannt nach dem Ritterkreuzträger der Wehrmacht, Alois Windisch, umbenannt werden soll.