Bundesländer
Navigation:
am 4. Februar

Gedenken an Attentat von Oberwart: Grüne mahnen zu Wachsamkeit bei Rassismus und Antiziganismus

Olga Voglauer - Voglauer: Rassistische und rechtsextreme Ideologien haben in unserer demokratischen Gesellschaft keinen Platz

"Oberwart ist ein Mahnmal dafür, zu welch unfassbarer Grausamkeit und Brutalität rassistische und rechtsextreme Ideologien fähig sind. Die bewusste Platzierung der Bombe in einer Roma-Siedlung war kein Zufall. Erwin und Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon wurden Opfer eines gezielten rassistischen Attentats. Sie wurden aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Volksgruppe der Roma ermordet. Daher ist es auch so wichtig, dass wir auch heute – in einer leider vermehrt gespaltenen Gesellschaft – wachsam bleiben", erklärt die Volksgruppensprecherin der Grünen, Olga Voglauer.

Das Attentat von Oberwart, der erste innenpolitisch motivierte Anschlag in der Zweiten Republik, hat Österreich 1995 bis ins Mark erschüttert. In der Nacht von 4. auf 5. Februar wurden bei Oberwart (auf Romanes: Erba) vier Angehörige der Volksgruppe der Roma bei ihrem Versuch, eine Tafel mit einer rassistischen Beleidigung zu entfernen, durch eine Rohrbombe getötet. Zwei Jahre später wurde Franz Fuchs als Drahtzieher der Tat ausgemacht, jener Attentäter, der Österreich jahrelang mit grausamen Briefbombenanschlägen in Atem hielt, die sich vor allem gegen Minderheiten und Migrant*innen sowie Menschenrechtsaktivist*innen richteten.

Im Gedenken an das Attentat von Oberwart mahnt Voglauer ein konsequentes Vorgehen gegen rassistische und rechtsextreme Ideologien ein: "Gegen blinden Hass sind wir auch heute nicht gefeit. Ganz im Gegenteil. Auch heutzutage werden in unserer Gesellschaft vermehrt Feindbilder geschürt, rassistische und extremistische Tendenzen sind auf dem Vormarsch. Was wir jetzt brauchen ist vor allem eines: mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt."

"Auch braucht es endlich Chancengleichheit für die seit 1993 anerkannten Angehörigen der Volksgruppe der Roma. Gegen deren Benachteiligung, speziell am Arbeitsmarkt, muss vorgegangen werden", fordert Voglauer. Konkret sieht sie Aufholbedarf etwa bei einem niederschwelligen Rechtszugang in Fällen von Diskriminierung oder bei der statistischen Erfassung rassistisch motivierter Straftaten.

"Darüber hinaus müssen wir die Mehrheitsgesellschaft vermehrt für die Anliegen der Volksgruppen sensibilisieren und Roma und Romnija selbstverständlich als gleichberechtigte Mitglieder unserer Gesellschaft anerkennen. Die Feierlichkeiten rund um '100 Jahre Burgenland' bieten eine ausgezeichnete Gelegenheit, um die Volksgruppe als wichtigen Teil der österreichischen Gesellschaft zu würdigen", hält Voglauer fest.