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am 27. November

Frauenmord-Screening: Akuter Handlungsbedarf bei Gefährdungserkennung

Meri Disoski - Grüne für mehr Geld bei Gewaltschutz und Gewaltprävention


 „Die heute präsentierten Ergebnisse der Screening-Gruppe bestätigen einmal mehr, dass dem Gewaltschutz und der Gewaltprävention höchste Priorität und mehr finanzielle Mittel eingeräumt werden müssen. Gewalt gegen Frauen* darf nicht länger banalisiert werden“, sagt die Grüne Nationalratsabgeordnete Meri Disoski anlässlich der heute vorgestellten Ergebnisse der im Innenministerium angesiedelten Screening-Gruppe, die alle Mordfälle an Frauen im Zeitraum von 1. Jänner 2018 bis 25. Jänner 2019 untersucht hat.

   „Was Johanna Dohnal bei der Eröffnung der UN-Menschenrechtskonvention in Wien 1993 festgehalten hat, gilt heute nach wie vor: Die eigenen vier Wände sind und bleiben der gefährlichste Ort für Frauen“, führt Disoski mit Blick auf die heute präsentierten Zahlen aus. In 44 Prozent der untersuchten Frauenmorde war gegen den Täter bereits ein Betretungsverbot verhängt worden. „Im Bereich der Gefährdungserkennung ist somit akuter Handlungsbedarf gegeben. Ich erwarte mir hier, genauso wie in den Bereichen der Vernetzung von beteiligten Behörden und in der Täterarbeit, dass jetzt schnell konkrete Maßnahme zur Umsetzung folgen“, so Disoski weiter.

   Die Grüne Nationalratsabgeordnete fordert mit Nachdruck die Umsetzung der von Österreich im Jahr 2013 ratifizierten Istanbul-Konvention ein. Die insgesamt 81 Artikel der Istanbul-Konvention enthalten bindende und einheitliche Standards, Präventionsmaßnahmen sowie politische Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt. „Eine internationale Expert*innengruppe hat den Umsetzungsstand der Istanbul-Konvention in Österreich kritisiert und bei einer Reihe von Maßnahmen festgehalten, dass Verbesserungen notwendig sind. Ich erwarte mir, dass die notwendigen Nachbesserungen schnell umgesetzt werden“, fordert Disoski.​