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am 26. April

Blimlinger und Voglauer erinnern an den Tag der Unabhängigkeit Österreichs

Eva Blimlinger, Olga Voglauer - Heute vor 76 Jahren am 27. April 1945 wurde im Wiener Rathaus die Unabhängigkeit Österreichs proklamiert

Am 27.April 1945 wurde von den neu gegründeten Parteien SPÖ, ÖVP und KPÖ und drei parteiunabhängigen Männern die Unabhängigkeit Österreichs erklärt und die neu gebildete provisorische Staatsregierung trat erstmals zusammen. Zu diesem Zeitpunkt war das Konzentrationslager Mauthausen noch nicht befreit und der Krieg in Europa endete erst am 8.Mai 1945. „Wenn wir heute diese Staatsgründung feiern, so dürfen wir jedoch niemals vergessen, dass zahlreiche Österreicher*innen als Täter*innen am Holocaust beteiligt waren und dass viele Menschen hierzulande den Nationalsozialismus aktiv unterstützten“, erklärt die Historikerin und Sprecherin für Gedenkpolitik der Grünen, Eva Blimlinger.

Die Unabhängigkeitserklärung ist aus heutiger Sicht durchaus problematisch. Wesentliches Merkmal ist, dass Österreich als erstes Opfer der Nationalsozialisten und des Deutschen Reichs dargestellt wird, wie das auch in der Moskauer Deklaration verankert ist. Dies ist zwar völkerrechtlich richtig, blendet aber die politische Mitverantwortung der österreichischen Gesellschaft am Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust aus. Der Opfermythos der Zweiten Republik führte dazu, dass die tatsächlichen Opfer des Nationalsozialismus wie zum Beispiel Jüdinnen und Juden, Roma und Sinti, politisch Verfolgte, so genannte Asoziale nur nach und nach anerkannt und entschädigt wurden. „Es hat in der Zweiten Republik sehr lange gedauert, bis die Leistungen der Kärntner Slowen*innen an der Befreiung Österreichs anerkannt worden sind. Bis heute gibt es Gruppen, die die Verbrechen der Nationalsozialist*innen an den Kärntner Slowen*innen kleinreden und zum Teil leugnen“, beschreibt die Minderheitensprecherin der Grünen, Olga Voglauer, die Situation der Minderheit.

Wir sollen heute an die Verfolgten des NS-Regimes, den wenigen die noch leben, erinnern. Und wir sollen auch den Opfern des Nationalsozialismus gedenken, die in den Konzentrationslagern oder an anderen Orten ermordet worden sind. „Als Gesellschaft dürfen wir es nicht akzeptieren, dass sich demokratiefeindliche Strömungen in unserer Mitte breitmachen und die Fundamente angreifen, auf die unser Eltern und Großeltern vor 76 Jahren begonnen haben, unseren demokratischen Rechtsstaat aufzubauen. Wir müssen jene schützen, die immer wieder Anfeindungen von rechtsextremen und neonazistischen Personen und Gruppen ausgesetzt sind. Diese Verantwortung tragen wir auch für künftige Generationen“ betonen Blimlinger und Voglauer.