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am 2. September

Blimlinger fordert rasche Umsetzung der Antisemitismusstrategie

Eva Blimlinger - Die Israelitische Kultusgemeinde Wien hat ihren Antisemitismus-Bericht für das erste Halbjahr 2021 vorgestellt. Noch nie gab es eine derart hohe Anzahl an gemeldeten Vorfällen

„Die Entwicklung antisemitischer Vorfälle ist besorgniserregend. Bereits im ersten Halbjahr 2021 wurden 562 Fälle gemeldet. Dies ist nur knapp weniger als im gesamten Jahr 2020 mit 585 gemeldeten Fällen. Diese Entwicklung, die vor allem im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen und Verschwörungstheorien steht, muss mit umfassenden Maßnahmen - wie sie in der Antisemitismusstrategie definiert sind - begegnet werden. Bekenntnisse und Sonntagsreden sind hier fehl am Platz. Das Zitat ‚Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen‘ gilt selbstverständlich auch für Österreich. Und immer dann, wenn Verschwörungserzählungen die Runde machen, wie jetzt in Zeiten von Corona, sind diese nahezu alle antisemitisch – es sind immer die Juden, die an allem schuld seien“, fasst die Historikerin und Kultursprecherin der Grünen, Eva Blimlinger, die Situation zusammen.

„Insbesondere militante Impfgegnerinnen und Impfgegner bemühen immer wieder antisemitische Erzählungen und werden dabei auch noch von Politikerinnen und Politikern unterstützt. Ja, diese sind mit Maßnahmen schwer zu erreichen. Umso wichtiger ist es, dass das zuständige Bundeskanzleramt sofort mit spezifisch entwickelten Maßnahmen beginnt“, richtet Blimlinger ihren Appell an Bundesministerin Edtstadler. Diese Maßnahmen liegen bereits vor, sie wurden im Rahmen der Antisemitismusstrategie zwischen den Regierungsparteien gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) im vergangenen Jahr erarbeitet.

Auch der israelbezogene Antisemitismus hat im Zusammenhang mit den Ereignissen in Israel zugenommen. „Selbstverständlich ist Kritik an Israel möglich, wie an allen anderen Staaten auch. Die vermeintlich sachliche Kritik wird aber sehr oft als Vorwand benützt, um sämtliche antisemitische Botschaften in diese Kritik zu verpacken oder gar das Existenzrecht Israels in Frage zu stellen“, sieht Blimlinger auch hier dringenden Handlungsbedarf.