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am 2. Juli

Rössler: EU-weites Verbot von Einwegplastikartikeln ist ein wichtiger erster Schritt

Astrid Rössler - Einwegartikel sind nur ein Teil der ausufernden Plastikflut – Vermeidung und Kreislaufgesellschaft muss Zielvorgabe sein

„Kunststoffbesteck, To-go-Becher, Take-Away-Behälter aus Styropor und viele andere Einwegplastikartikel gehören ab morgen der Vergangenheit an. Viele der Plastikartikel, die wir am häufigsten achtlos weggeworfen in unseren Wäldern, Parks, Flüssen oder an Straßenrändern finden, dürfen nun in der gesamten EU nicht mehr hergestellt oder importiert werden. Das ist ein Grund zur Freude“, sagt Astrid Rössler, Umweltsprecherin der Grünen, zum am morgigen Samstag in Kraft tretenden EU-weiten Verbot zahlreicher Einwegplastikartikel. 

Vom Verbot betroffen sind "Einwegkunststoffartikel", also Produkte, die ganz oder teilweise aus Kunststoff hergestellt werden, nur für den einmaligen oder kurzzeitigen Gebrauch bestimmt sind und für die es - aus Sicht der EU-Kommission – bereits umweltfreundlichere Alternativen gibt. Restbestände dürfen aber noch verkauft werden. Neu ist auch die Kennzeichnungspflicht: Verpackungen von Zigaretten, Feuchttüchern und einigen anderen Artikeln müssen künftig durch Symbole kennzeichnen, dass die Produkte Kunststoff enthalten. 

„Zweifellos ist das ein erster wichtiger Schritt gegen die ausufernde Plastikflut. Wir dürfen aber nicht glauben, dass wir damit die Ressourcen- und Abfallkrise gelöst haben“, betont Rössler. Und weiter: „Uns muss klar sein, dass diese Einwegkunststoffartikel nur ein kleiner Teil des Problems sind. Plastik ist mittlerweile überall zu finden: in der Arktis, am Mount Everest, in der menschlichen Plazenta und sogar im Mariannengraben in 11.000 Meter Tiefe. Wir müssen auch die anderen Quellen von Plastikverschmutzung reduzieren - vor allem den Bremsabrieb von Autoreifen als größter Verursacher von Mikroplastik in unseren Flüssen und Böden. Auch in Textilien und Kosmetik versteckt sich jede Menge Kunststoff.“ 

Den Ausweg sieht die Umweltsprecherin in einer „echten“ Kreislaufwirtschaft: „Die Vermeidung muss an oberster Stelle stehen. Jedes Produkt verbraucht wertvolle Ressourcen, Energie und hat damit einen ökologischen Fußabdruck. Jede*r kann einen Beitrag leisten: maßvoller Konsum und langlebige Produkte, am besten verpackungsfrei einkaufen, das Auto stehen lassen – die Liste ist lang. Auf politischer Ebene erarbeiten wir als Regierungspartei eine Sektor-übergreifende Kreislaufwirtschaftsstrategie und den Aktionsplan gegen Mikroplastik. Wir stehen erst am Anfang der notwendigen Transformation hin zur Kreislaufgesellschaft“, erklärt Rössler.