Bundesländer
Navigation:
am 4. Mai

Start der Bewusstseinskampagne „Was sagen. Was tun“ von AÖF und Grünen

Barbara Neßler - „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“: Kinder und Jugendliche gegen häusliche Gewalt stärken - Zivilcourage in der Nachbarschaft zählt

Ausgangsbeschränkungen und Quarantäne durch Corona können die Situation für Kinder und Jugendliche, die oft von häuslicher Gewalt betroffen sind, verschärfen. Familien sind durch Corona zusätzlichen Belastungen, wie drohender Arbeitslosigkeit, „Home-Schooling“ oder Zukunftsängsten, ausgesetzt. Gleichzeitig sind wichtige Schutzräume und Anlaufstellen für gewaltbetroffene Kinder und Jugendliche während der Corona-Pandemie nicht zugänglich. Pädagog*innen, Ärzt*innen oder Jugendarbeiter*innen sind oft die ersten Personen, die Anzeichen von Gewalt bei Kindern und Jugendlichen bemerken. Sie sind vielfach auch Ansprechpersonen für Betroffene. Durch die Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen fällt dieses Sicherheitsnetz für Kinder und Jugendliche weg oder ist nur noch eingeschränkt zugänglich.  Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen wissen, wo Kinder Hilfe erhalten können. So sind z.B. auch Frauenhäuser als Kinderschutzeinrichtungen tätig und können in Gewaltfällen kontaktiert werden.

   „Frauen und Kinder sind die Hauptbetroffenen häuslicher Gewalt. Das Miterleben von Gewalt an der Mutter ist oft sehr traumatisierend für Kinder. Frauenhäuser helfen auch Kindern, ihre Gewalterfahrungen aufzuarbeiten“, sagt Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins AÖF.

   Die Anzahl der Gefährdungsmeldungen von Kindern ist in der Corona-Krise zwar in mehreren Bundesländern zurückgegangen, viele Expert*innen sehen darin jedoch keine positive Nachricht, sondern Grund zur Sorge. Sie befürchten, dass der Rückgang nicht auf eine sinkende häusliche Gewalt zurückzuführen ist, sondern darauf beruht, dass wichtige, unterstützende Systeme, in Corona-Zeiten für Kinder und Jugendliche wegbrechen.

   „Aufgrund der derzeitigen Situation haben viele Kinder keine Möglichkeit der Gewalt in der Familie zu entkommen oder Hilfe zu holen. Sie sind der Situation ausgeliefert. Durch die fehlenden Schutzeinrichtungen bleiben Gewalttaten vielfach unbemerkt“, meint die Kinder-, Jugend- und Familiensprecherin der Grünen, Barbara Neßler.

   Darum ist es umso wichtiger, dass vor allem die Nachbarschaft, und Vertrauenspersonen von Kindern und jungen Menschen außerhalb der Familie genau hinsehen. StoP möchte mit dieser Kampagne die Nachbarschaft, sowie Pädagog*innen und Sozialarbeiter*innen darin bestärken, Anzeichen von Gewalt frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig einzugreifen.

   Jeder und Jede muss jetzt aufmerksam sein. Weghören kann mitunter tödlich enden.

   In den nächsten Tagen klärt StoP in den Sozialen Medien über häusliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche auf, wie wir alle helfen können. So sollen Nachbar*innen darin bestärkt werden, Anzeichen von Gewalt zu erkennen, und über sichere Interventionsmöglichkeiten bei häuslicher Gewalt in der Nachbarwohnung Bescheid zu geben. Tipps für von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche sind auch Teil der Kampagne. Nachbar*innen können zudem Aushänge in Stiegenhäusern, Parks oder anderen Orten, wo sich Kinder aufhalten, verbreiten.

   Im Rahmen dieser Kampagne möchten StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt und Barbara Neßler gemeinsam auf Gewalt gegen Kinder aufmerksam machen.

   Was ist StoP- Stadtteile ohne Partnergewalt?

   StoP ist ein Gewaltpräventionsprojekt für eine gewaltfreie Nachbarschaft und wurde seit Beginn 2019 vom Verein AÖF- Autonome Österreichische Frauenhäuser erstmals auch in Wien implementiert und angesiedelt. StoP wurde vor mehr als zehn Jahren in Hamburg von Frau Professorin Dr.in Sabine Stövesand ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Nachbarschaft und somit die unmittelbare Umgebung von Opfern und Tätern zum Problem der Partnergewalt zu sensibilisieren und sie aktiv einzubeziehen.

   Informationen über StoP sind zu finden unter: www.stop-partnergewalt.at

   Kindergerechte Website: http://www.gewalt-ist-nie-ok.at

   Rat auf Draht für Kinder: 147

   Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800/222 555

   Polizei: 133

​​