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am 21. September

Schallmeiner: Durchimpfungsrate bei einer Reihe von Krankheiten erhöhen

Ralph Schallmeiner - Impf-Angebote gegen Influenza nutzen – bis zum 15. Lebensjahr nun kostenfrei

 Um das Gesundheitssystem zu entlasten und mittelfristig zu verbessern, soll bei einer Reihe von Krankheiten die Durchimpfung deutlich verbessert werden, so Gesundheitssprecher der Grünen im Parlament, Ralph Schallmeiner: "Bei den Impfraten gibt es großes Steigerungspotenzial: Etwa bei Influenza, Masern und Keuchhusten, aber auch bei der im Kinderimpfprogramm seit einigen Jahren erfassten Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs (HPV-Impfung).“ 

Influenza in Österreich sehr aktiv 

„Bei hunderttausenden Fällen und über 1000 Influenza-Toten im Jahr sei das Problem offensichtlich“, sagt Schallmeiner. Die Durchimpfungsrate liege dennoch bei unter 10 Prozent: „Bislang war das Risikobewusstsein ein Geringes, obwohl die Influenza in Österreich auch im letzten Winter wütete – ganze 11 Wochen dauerte die Grippewelle“, betont Schallmeiner. Bei Hotspots, wie etwa einer Schule in Innsbruck erkrankten 150 von 250 Schüler*innen. „Mit einer höheren Durchimpfungsrate, also etwa ab 40 Prozent, könnte man Influenza deutlich eindämmen“, ergänzt Schallmeiner. Kinder und Jugendliche spielen eine Schlüsselrolle, sowohl als selbst Erkrankte als auch als Überträger*innen. Die heute präsentierte Einführung einer kostenfreien Impfung bis zum 15. Lebensjahr durch die Bundesregierung ist daher ein wichtiger Schritt. 

Weitere Impfungen wichtig 

Bei Masern funktioniere der Herdenschutz wegen der zu geringen Durchimpfungsrate mehr schlecht als recht. Das Problem ist die zweite Masernimpfung. Hier sinke die Rate bei kleinen Kindern auf 81 Prozent, notwendig wären aber 95 Prozent. „Dann könnten wir Masern langfristig ausrotten", streicht Schallmeiner hervor. Gesteigert werden soll die Impfrate auch bei Keuchhusten, wo die Krankheitsfälle zuletzt wieder stiegen.

Nicht minder wichtig sei „HPV-Impfung“ gegen Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten. Diese Impfung ist für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 12 Jahren gratis. Die Impfung senkt die Erkrankungsrate bei dieser heimtückischen Krebsart und einigen viral bedingten Erkrankungen bei Buben und Männer. 

Keine allgemeine Impfpflicht 

Erreicht werden sollen diese höheren Impfraten durch bessere Angebote und Informationssysteme, etwa automatische Erinnerungen für Auffrischungsimpfungen. Eine allgemeine Impfpflicht lehnt Schallmeiner dezidiert ab, die Zahl hartgesottener Impfgegner*innen sei gering. Aufklärung, Werbung und ehrliche Auseinandersetzung bringen mehr als Verpflichtungen oder Zwangsmaßnahmen. „Es ist unser Job als Politik auf die Menschen zuzugehen“, schließt der Gesundheitssprecher der Grünen.