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am 6. Oktober

Neßler: Tourismusbranche bestmöglich durch den Winter bringen und nachhaltig und zukunftsfit gestalten

Barbara Neßler - Grüne Tourismussprecherin will langfristig Förderstruktur auf Bundesebene ändern

Die heute präsentierte Tourismusanalyse des WIFO zeigt, dass die massiven Einbrüche im Mai und Juni aufgrund der von der Bundesregierung getroffenen Maßnahmen und der großen Anstrengungen der Tourismusbetriebe in den Monaten Juli und August noch halbwegs ausgeglichen werden konnten. Dies gelang aber regionsspezifisch nur unterschiedlich gut. So profitierten insbesondere Destinationen an Seen und alpine Regionen von den inländischen Touristinnen und Touristen, während insbesondere der Städte- und Kongresstourismus schwer getroffen wurde. Barbara Neßler, Tourismussprecherin der Grünen, sagt: „Der Tourismus steht auf wackeligen Beinen. Da der Kompensationseffekt der inländischen Touristinnen und Touristen im Winter nicht so stark sein wird wie jener im Sommer, bedarf es nun größtmöglicher Anstrengungen um die Infektionszahlen möglichst niedrig zu halten, Reisewarnungen zu vermeiden und so bestmöglich durch die wichtige Wintersaison zu kommen. Gerade der schon vor der Krise evidente Eigenkapitalmangel vieler Tourismusbetriebe droht die Auswirkungen der COVID-Krise zu verstärken. Es gilt nun vor allem, die vom Städtetourismus abhängigen Wirtschaftszweige über die COVID-Pandemie zu retten. Wir werden dazu am Donnerstag im Tourismusausschuss ein Förderungspaket für die Veranstaltungs- und Kongressindustrie beschließen.“

Das kürzlich präsentierte Maßnahmenpaket zum Wintertourismus soll laut Neßler daher sowohl für gesundheitliche, als auch für wirtschaftliche Sicherheit sorgen: „Es gilt aus meiner Sicht den schmalen Grat zwischen verantwortungsvollen gesundheitspolitischen Maßnahmen und der bestmöglichen Gewährung eines wirtschaftlich sinnvollen Betriebs zu treffen, um die Unsicherheit, sowohl der Gäste, als auch der Betriebe zu minimieren und das vom WIFO aufgezeigte denkbar schlechteste Szenario zu verhindern. Hier bedarf es der Anstrengung aller Beteiligten: die Tourismusorte müssen die Konzepte bestmöglich umsetzen und jede und jeder Einzelne muss sich konsequent an die Maßnahmen halten.“

Generell ist es wichtig, nun auch die Zukunft des Tourismus mitzudenken: „Es gilt nicht nur die COVID-Krise erfolgreich zu meistern, sondern die Tourismusbranche zukünftig krisenfester auszugestalten. Nicht nur die COVID-Krise bedroht den Wintertourismus, sondern auch die Klimakrise. Die wirtschaftlichen Resilienzen müssen wir durch eine Erhöhung der Eigenkapitalquoten stärken. Um die Tourismusbranche zukunftsfit zu machen, muss das Fördersystem auf Bundesebene verändert werden. Nachhaltiges Wirtschaften muss belohnt und die Umstellung auf Ganzjahrestourismus und kleinstrukturierten Tourismus besser unterstützt werden.“

Neben den akuten Hilfsmaßnahmen müssen Betriebe und Regionen beim Übergang in eine nachhaltige Tourismuszukunft begleitet werden: „Krisen brechen lang gelebte Selbstverständlichkeiten auf und bieten somit auch Chancen. Wir müssen darüber sprechen, in welche Richtung sich der Tourismus entwickelt. Der heurige Winter wird auch viele Betriebe zu innovativen und kreativen Veränderungen in eine nachhaltige Richtung anregen, die hoffentlich auch Bestand haben. Qualität vor Quantität muss als langfristige Strategie ausgelegt werden, um auch den Problemen des Über- und Massentourismus effektiv begegnen zu können“, sagt Neßler abschließend.