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am 15. Oktober

Internationaler Tag der Frau im ländlichen Raum: Politik muss Rahmenbedingungen gegen Abwanderung aus ländlichen Gebieten schaffen

Meri Disoski, Elisabeth Götze - Disoski/Götze: Gezielte Stärkung von Frauen zentral

Ländlich geprägte Regionen machen in Österreich rund 80 Prozent der Fläche aus, knapp 40 Prozent der österreichischen Bevölkerung lebt in ländlichen Gebieten. „Wir wissen, dass in strukturschwachen Gebieten die erwerbsbedingte Abwanderung vor allem von qualifizierten jungen Frauen ein Problem ist. Immer öfter finden sie keine Arbeit, die ihrer Qualifikation entspricht, mangelnde Kinderbetreuungsangebote und lückenhafte öffentliche Verkehrsmittel tragen das ihre bei. Dieser Entwicklung müssen wir entschieden entgegen treten, mit Investitionen in den flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuung, dem weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs und einem konsequenten Aufbrechen verkrusteter Rollenbilder“, sagt Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen, am heutigen Internationalen Tag der Frau im ländlichen Raum.

Dringend notwendig ist außerdem auch eine adäquate Repräsentation von Frauen in der Kommunalpolitik: „Der Frauenanteil in der Kommunalpolitik liegt in Österreich bei nur 23 Prozent, sowohl bei EU-Staaten als auch bei Nicht-EU-Staaten hingegen bei knapp 29 Prozent. Mit unserer Bürgermeisterinnenquote von 8,3 Prozent liegen wird im gesamteuropäischen Vergleich sogar im letzten Viertel“, führt die Grüne Frauensprecherin aus. „Frankreich hat diese Problematik mit einer gesetzlichen Frauenquote auf kommunaler Ebene gelöst und damit den Frauenanteil in den Gemeinderäten auf knapp 49 Prozent steigern können. Das wäre auch für Österreich wünschenswerrt“, sagt Disoski.

   „Frauen nehmen im ländlichen Räumen eine zentrale Rolle ein. Viele von ihnen sind erwerbstätig und leisten zugleich tagtäglich ihren Beitrag für die Gesellschaft, die Familien, in der Bildung, im Ehrenamt oder in der Landwirtschaft. Oft sind sie Vorreiterinnen bei der Umsetzung eines nachhaltigen, gesunden und ressourcenbewussten Lebens. Wir sind hier gefordert, ihnen gute Rahmenbedingungen zu schaffen, die sie bei ihren täglichen Herausforderungen unterstützen“, sagt Elisabeth Götze, Grüne Sprecherin für Gemeinden und Städte. In der budgetpolitischen Schwerpunktsetzung in den Bereichen öffentlicher Verkehr, Kinderbetreuung, Klimaschutz und der Stärkung der aktiven Arbeitsmarktpolitik sieht Götze hier wichtige Schritte.