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am 9. Juni

Disoski: Zeitverwendungsstudie als Schlüssel zu evidenzbasierter Gleichstellungspolitik

Meri Disoski - Zusätzlich werden ressortübergreifend die Mittel im Bereich Gewaltschutz erhoben

„Ich freue mich, dass mit der Zeitverwendungsstudie eine langjährige Forderung der Grünen und zahlreicher NGOs und Expert*innen im Bereich der Gleichstellungspolitik endlich zur Umsetzung kommt“, freut sich die Frauensprecherin der Grünen und stellvertretende Klubobfrau, Meri Disoski, über den heutigen Minister*innenratsvortrag zur Zeitverwendungsstudie. „Diese Studie wird uns Aufschluss darüber geben, wie unbezahlte Arbeit in Österreich unter den Geschlechtern verteilt ist. Die Studie ist der Schlüssel zu einer evidenzbasierten Gleichstellungspolitik“, betont Disoski. Die Zeitverwendungsstudie wird von der Statistik Austria durchgeführt und über den Zeitraum von einem Jahr laufen. Die letzte Erhebung dieser Art stammt aus dem Jahr 2008. 

„Wenn wir wissen, wie ungleich die unbezahlte Arbeit in Österreich verteilt ist, können wir ganz konkrete politische Maßnahmen daraus ableiten. Das betrifft beispielsweise die Beteiligung von Vätern in der Kinderbetreuung aber auch die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt und damit zusammenhängend die großen Fragen von Teilzeitfalle und der Altersarmut“, führt Disoski aus. Die Grünen sowie zahlreiche NGOs und Expert*innen haben die Zeitverwendungsstudie seit Jahren gefordert. Im Zuge der Koalitionsverhandlungen wurde sie dann im Regierungsübereinkommen verankert. „Es ist klar, dass eine so umfassende Studie repräsentativ sein muss und daher über einen längeren Zeitraum geht. Solche Erhebungen sind die Grundlage einer evidenzbasierten Politik, wie sie uns Grünen wichtig ist“, unterstreicht Disoski. 

Im heutigen Gleichbehandlungsausschuss wurde zudem ein Antrag der Regierungsparteien beschlossen, die Mittel im Bereich Gewaltschutz zu erheben. „Gerade im Zuge des Gender Budgetings, also der Erhebung, wie viele finanzielle Mittel welchem Geschlecht zugute kommen, ist eine solche Erhebung unerlässlich. Sie wird aufzeigen, wieviel Österreich übergreifend in den Gewaltschutz investiert – übergreifend über alle Ministerien hinweg“, erklärt Disoski. „Wir haben im letzten Jahr sehr viel im Bereich Gewaltschutz auf den Weg gebracht – nicht zuletzt das größte Gewaltschutzpaket der letzten Jahrzehnte. Nun gilt es auch übergreifend über die Ressortgrenzen hinweg aufzuzeigen, welche Mittel es gibt und wo noch welche benötigt werden“, betont die Frauensprecherin.