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am 21. August

Disoski: Von partnerschaftlicher Kinderbetreuung ist Österreich weit entfernt

Meri Disoski - Zeitgemäße Karenzmodelle und Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen unerlässlich

 Der heute veröffentliche Bericht des Rechnungshofs zum Kinderbetreuungsgeld zeigt, dass Väter nur 4,5 Prozent der Anspruchstage in der Kinderbetreuung nutzen. „Wenn 20 Prozent der Väter nur 4,5 Prozent der insgesamt genutzten Anspruchstage für Kinderbetreuung nutzen, sind wir von einer partnerschaftlichen Kinderbetreuung meilenweit entfernt“, kritisiert die Grüne Frauensprecherin Meri Disoski die Ungleichverteilung zwischen den Geschlechtern.

Anders als das Ministerium für Arbeit, Familie und Jugend stellt der Rechnungshof nicht den Prozentsatz der Väter in den Vordergrund, die grundsätzlich Kinderbetreuungsgeld beansprucht haben, sondern den Prozentsatz der insgesamt genutzten Zeit. „Das Bild ist desaströs und bestätigt einmal mehr den dringenden Handlungsbedarf: zeitgemäße Karenzmodelle, ein Aufbrechen von Geschlechterstereotypen und verbesserte Maßnahmen zur Wiedereingliederung von Frauen mit Kindern in den Arbeitsmarkt“, betont Disoski.

Zum Bereich Wiedereingliederung kritisiert der Rechnungshofbericht, dass Frauen mit Kindern unter 15 zur Messung herangezogen wurden. Deren Erwerbsausmaß unterscheidet sich aber nicht wesentlich vom Erwerbsausmaß von Frauen im Allgemeinen. „Frauen mit Kindern unter drei Jahren haben immer noch Schwierigkeiten, wieder in den Beruf einzusteigen: Es gibt zu wenig Möglichkeiten für Kinderbetreuung und – wie die Zahlen zeigen – keine partnerschaftliche Aufteilung. Der flächendeckende Ausbau der Kinderbetreuung, wie wir ihn im Regierungsübereinkommen mit dem Koalitionspartner vereinbart haben, ist demnach unerlässlich“, pocht Disoski abschließend auf rasche bundesweite Verbesserungen.​