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am 22. Juni

Disoski/Prammer zu Rapid Wien: Sexismus ist keine Meinung

Meri Disoski, Agnes Sirkka Prammer - Herabwürdigung von Frauen inakzeptabel – ob in Politik oder Sport

Nachdem der stv. Tiroler Landeshauptmann kürzlich eine politische Aktivistin als „widerwärtiges Luder“ bezeichnet hatte, hängten gestern Fans des Fußballklubs Rapid Wien einen zutiefst frauenverachtenden Spruch auf einem Transparent ins leere Stadion. „Frauenverachtung und Sexismus haben weder in Politik noch Sport etwas zu suchen“, stellen die Grüne Frauensprecherin, Meri Disoski, und die Sportsprecherin der Grünen, Agnes Sirkka Prammer, angesichts der jüngsten Vorkommnisse klar.

 Fußball ist nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, es ist auch ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft. Die meisten Menschen kommen irgendwann einmal auf die eine oder andere Art mit Fußball in Berührung. Daher hat das, was im Fußball geschieht, große Breitenwirkung und eine erhebliche Ausstrahlung in alle Schichten der Gesellschaft. „Genau aus diesem Grund kann und darf es nicht egal sein, was Fußballfans auf ihren Transparenten via TV in ganz Österreich verbreiten. Sexistische Botschaften sind nicht weniger widerwärtig und auch nicht weniger zu verurteilen, wenn sie auf dem Fußballplatz ausgesprochen werden, als überall sonst in der Gesellschaft“, hält die Grüne Sportsprecherin Prammer fest. Und weiter: „Frauenverachtung darf auf dem Fußballplatz nicht bloß als ,dem Milieu geschuldet‘ abgetan werden. Dahinter steht eine sexistische, frauenverachtende Grundhaltung, die wir gemeinsam bekämpfen müssen.“ 

 „Die letzten Wochen haben uns einmal mehr bestätigt, dass wir im Österreich des Jahres 2020 ein massives Problem mit Frauenverachtung und Sexismus haben. Und das ist ganz sicher nicht importiert“, so die Grüne Frauensprecherin Meri Disoski. „Frauenverachtende Beschimpfungen auf Transparenten, sexistische Werbung, gewaltverharmlosende Inserate – all das hat nichts, aber auch gar nichts im öffentlichen Diskurs verloren. Umso entsetzter bin ich darüber, dass das Transparent mit dem frauenverachtenden Spruch von Rapid nicht unverzüglich entfernt wurde. Dass Christoph Peschek, der Geschäftsführer von Rapid und ehemalige SPÖ-Gemeinderat diese Frauenverachtung auch noch mit Meinungsfreiheit zu rechtfertigen versucht, ist skandalös“, so Disoski.

Disoski und Prammer appellieren an die Verantwortlichen in Verein, Liga und Verband, „nach so einem Vorfall nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen“. Denn auch „wenn das Transparent weg ist, was bleibt, ist das Signal. Und gegen dieses müssen wir vorgehen, in aller Konsequenz. Sexismus ist keine Meinung, sondern Herabwürdigung, Verachtung und Gewalt gegenüber Frauen. Dafür gibt es absolut keine Toleranz“, so die beiden abschließend.