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am 19. März

Disoski: Wichtige Offensive der Bundesregierung gegen häusliche Gewalt

Meri Disoski - Häusliche Gewalt ist kein privates Problem – Gesetz schützt alle Gewaltopfer

Der Alltag in Zeiten des Coronavirus gefährdet Frauen und Kinder besonders. Die Corona-Krise macht auch vor den eigenen vier Wänden nicht halt: „Das Einschränken der sozialen Kontakte, die Ausgangsbeschränkungen, Arbeitszeitreduktion und Arbeitslosigkeit gehen auch mit einem Anstieg körperlicher und sexueller Gewalt einher, wie vergangene Erfahrungen und aktuelle Berichte aus China zeigen. Die hiesigen Helplines gegen Gewalt verzeichnen bereits eine steigende Zahl an Anrufen von gewaltbetroffenen Frauen. Wir müssen auch hierzulande mit einem Gewaltanstieg wie in China rechnen“, teilt die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, die von GewaltschutzexpertInnen formulierten Befürchtungen. „Umso wichtiger ist vor diesem Hintergrund die heute von den Ministerinnen Raab und Zadic vorgestellte Offensive gegen häusliche Gewalt.“

„Mit der Ausweitung des Hilfsangebotes für gewaltbetroffene Frauen, mit der dringend notwendigen finanziellen und personellen Aufstockung der Frauenhelpline setzt Frauenministerin Raab wichtige Schritte in der aktuellen Situation. Die von ihr heute angekündigte, breite mediale Informationsoffensive soll gewährleisten, dass die Informationen über bestehende Unterstützungsangebote zu jenen kommen, die sie dringend brauchen: den gewaltbetroffenen Frauen und Kindern. Der neue Helpchat  www.haltdergewalt.at stellt ein zusätzliches, niederschwelliges Beratungs- und Informationsangebot dar. Informationsfolder, die die wichtigsten Beratungs- und Hilfsangebote auflisten, werden zeitnah in Supermärkten aufliegen. Diese Maßnahmen machen bestehende Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen breiter bekannt und stärken auch das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein für häusliche Gewalt, was in der Krisensituation umso wichtiger ist“, hält Disoski fes 

„Auch und gerade in der Krise gilt: Häusliche Gewalt ist kein privates Problem. Das Gesetz schützt alle Gewaltopfer. Recht bleibt Recht, die Krise ist kein Freibrief für Gewalt. Gewaltbetroffene Frauen können sich darauf verlassen, dass Annäherungs- und Betretungsverbote weiterhin ausgesprochen werden. Wegweisungen gewalttätiger Partner durch die Polizei werden auch während der Ausgangsbeschränkungen stattfinden“, erläutert Disoski und weiter: „Trotz des eingeschränkten Betriebes von Gerichten und Staatsanwaltschaften werden einstweilige Verfügungen im Fall von häuslicher Gewalt weiterhin behandelt werden. Die diesbezüglich von Justizministerin Zadic präsentierte Möglichkeit der elektronischen Antragseinbringung stellt für gewaltbetroffene Frauen eine große Erleichterung und Entlastung dar, was ich nachdrücklich begrüße. Ich bitte alle im Parlament vertretenen Parteien um Unterstützung für die Maßnahme.“

 Wenn Sie Opfer von Gewalt sind, rufen Sie um Hilfe“, adressiert die Frauensprecherin direkt gewaltbetroffene Frauen. Die Frauenhelpline gegen Gewalt unterstützt kostenlos und anonym Frauen, die von Männergewalt betroffen sind, und das rund um die Uhr und mehrsprachig: 0800 222 555.


„,Schau auf dich, schau auf mich’ heißt auch und gerade bei Gewalt in der NachbarInnenschaft nicht wegzuschauen oder wegzuhören“, appelliert Disoski auch an die nachbarschaftliche Zivilcourage.