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am 10. Mai

Disoski: Großer Nachholbedarf bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Meri Disoski - Neue Normalität nach Corona muss endlich volle Gleichstellung sein

 „Vielfach wurde in den letzten Wochen festgehalten, dass die COVID-19-Pandemie bestehende Diskriminierungen und Ungleichheiten, bestehende Probleme wie durch ein Vergrößerungsglas aufzeigt. Für viele Mütter ist es auch im Jahr 2020 nach immer ein großes Problem, Beruf und Familie zu vereinbaren“, so die Grüne Frauensprecherin Meri Disoski im Vorfeld des Muttertags am Sonntag. „In kaum einem anderen europäischen Land sind so viele Mütter in Teilzeit beschäftigt, wie bei uns. Die Teilzeitquote von Frauen liegt in Österreich bei knapp 50 Prozent. Die Folgen sind drastisch: Das Bruttolebenseinkommen und damit auch die spätere Pension sinken, die Gefahr der Altersarmut erhöht sich“, führt Disoski aus.

Die hohe Teilzeitquote von Frauen ist laut der Grünen Frauensprecherin vor allem auf die ungleiche Verteilung von unbezahlter Kindererziehungs-, Pflege- und Haushaltsarbeit zwischen Frauen und Männern zurückzuführen. „Während über 90 Prozent der Männer mit Kindern unter 15 Jahren Vollzeit arbeiten, sind es bei den Frauen mit Kindern nur rund 20 Prozent. Diese Zahlen belegen, dass unbezahlte Arbeit nach wie vor hauptsächlich von Frauen getragen wird. Und das ganz ohne Corona“, nimmt Disoski auch auf die aktuelle Situation Bezug und attestiert „großen Nachholbedarf bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“ Die Corona-bedingte abrupte Schließung von Kinderbetreuungs- und Bildungsinstitutionen bedeute für „Frauen jedoch eine zusätzliche Belastung, insbesondere für Alleinerzieherinnen“, hält Disoski fest.

„Statt Blumen und Schokolade an einem bestimmten Tag, verdienen Frauen endlich Fairpay und Fairteilung“, so Disoski. Als Gebot der Stunde sieht sie neben „einer raschen Umsetzung konkreter Maßnahmen, die endlich zu Einkommensgerechtigkeit führen sollen“ und dem flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuung vor allem auch „verstärkte Anreize für mehr Väterbeteiligung und die partnerschaftliche Aufteilung von unbezahlter Arbeit.“

Auf all das habe man sich im Regierungsübereinkommen verständigt, jetzt gehe es um eine rasche Umsetzung konkreter Maßnahmen. Den dafür zuständigen MinisterInnen versichert sie dabei ihre volle Unterstützung. „Ich hoffe, dass wir uns auch parteiübergreifend auf rasche Verbesserungen für Frauen verständigen können und gemeinsam daran arbeiten, dass die ,neue Normalität‘ nach Corona endlich die volle Gleichstellung ist“, so Disoski abschließend.​