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am 30. Oktober 2012

Wohin mit meinem Kind?

- Nach wie vor gibt es viel zu wenige Kinderbetreuungsplätze. Nur 21 Prozent der Dreijährigen haben in Österreich einen Betreuungsplatz. Dabei sind Krippe und Kindergarten die ersten und wichtigsten Stationen auf einem lebenslangen Bildungsweg. Deswegen wollen wir Grüne den Rechtsanspruch auf eine kostenlose Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag.

„Wohin mit meinem Kind?“ werden sich viele berufstätige Eltern heutzutage fragen, die sich den Verzicht auf doppeltes Einkommen zugunsten eigener Kinderbetreuung nicht leisten können. Nur: Österreich hat viel zu wenige Kinderbetreuungsplätze. Gerade einmal 20,8 Prozent der unter Dreijährigen Kinder haben einen Betreuungsplatz (Stand 2012/2013). Damit liegt Österreich weit unter den EU-Zielen. Die Regierung hat in den letzten Jahren zwar Bundesmittel für den Ausbau von Kinderbetreuung sowie die Einführung eines Gratis-Kindergartenjahrs beschlossen. Angesichts des großen Bedarfs ist das jedoch viel zu wenig.

Bis zu 80.000 Plätze fehlen

Der Bund investiert von 2008 bis 2014 lediglich 100 Mio Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung (d.h. jährlich 15 Mio). Zudem ist der verpflichtende Kindergartenbesuch seit Herbst 2009 für 5-Jährige halbtags kostenlos. Dennoch fehlen rund 80.000 Kinderbetreuungsplätze. Ein massiver Ausbau ist daher notwendig. 

Regierung im Realitätscheck: Nicht genügend 

Nach dem so genannten Barcelona-Ziel der Europäischen Union sollten in Österreich bis 2010 immerhin 33% der Kinder unter 3 Jahren einen Betreuungsplatz haben. Die Realität sieht anders aus. Österreich kassierte dafür sogar eine Rüge der EU-Kommission. Es mangelt in Österreich vor allem an Betreuungsplätzen, die mit einer Berufstätigkeit beider Eltern vereinbar sind. Kindergärten, die über Mittag geschlossen haben, während der Sommermonate sechs Wochen schließen oder unter der Woche um 16 Uhr ihre Türen schließen, sind in einigen Bundesländern leider keine Seltenheit.

Was wir Grüne wollen

Wir finden, dass Eltern selbst entscheiden sollen, ab wann sie ihr Kind in außerhäusliche Betreuung geben wollen. Dafür müssen jedoch erst die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit auch schon eine frühe qualitätvolle und leistbare Kinderbetreuung zur Verfügung steht. Sechs Grüne Lösungsvorschläge:

  • Rechtsanspruch auf qualitativ hochwertige und kostenlose Kinderbetreuung für Kinder ab 1 Jahr. Gleichzeitig sollten Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen flexibler an die Bedürfnisse der Eltern angepasst werden. Langfristig soll dieser Rechtsanspruch ab Ende der Mutterschaftsschutzfrist bestehen.
  • Ja, zu kostenlosen Kindergärten, denn es handelt sich um Bildungseinrichtungen! Individuelle Förderung in den beiden letzten Jahren vor dem Schuleintritt. Hierfür braucht es verpflichtende Kindergartenkernzeiten für 4- und 5-jährige Kinder durch bestqualifizierte KindergartenpädagogInnen im Ausmaß von rund 12 Wochenstunden.
  • Bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für die Kinderbetreuung (Bundesrahmengesetz). Öffnungszeiten, Kosten, Raumgröße, Gruppengröße dürfen dabei nicht von der Postleitzahl abhängen. Jedes Kind in Österreich soll gleiche Bildungschancen haben.
  • Aufwertung des Berufs der KindergartenpädagogIn. KindergartenpädagogInnen leisten Bildungsarbeit und werden im Vergleich zu anderen pädagogischen Berufen wesentlich schlechter bezahlt. Wir fordern eine adäquate Bezahlung auch in Folge einer reformierten Ausbildung (auf Hochschulniveau).
  • Verkleinerung der Gruppengrößen in Kindergärten. 15 Kinder brauchen zwei PädagogInnen – erst dadurch wird individuelle Förderung möglich.