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am 5. Mai

Schallmeiner: Hebammen am Puls der Zeit - durch qualitative Betreuung

Ralph Schallmeiner -

"Vom Beginn der Schwangerschaft bis zum ersten Geburtstag des Kindes sind Hebammen oft die wichtigsten Bezugspersonen für junge Eltern", sagt der Gesundheitssprecher der Grünen, Ralph Schallmeiner, und weiter: "Dafür gilt es einmal Danke zu sagen. Aber auch die aktuellen Herausforderungen der Berufsgruppe sind klar anzusprechen und ernst zu nehmen." Eine Aufwertung des Berufes sollte angedacht werden, etwa eine bessere Wiederspiegelung der Hebammenarbeit in einem allfällig neu zu entwerfendem Eltern-Kind-Pass.

Am 5. Mai ist Internationaler Hebammentag. Anlässlich des Tages macht das Österreichische Hebammengremium (ÖHG) mit der Kampagne „Hebammen am Puls der Zeit – durch qualitative Betreuung“ auf ihre Lage aufmerksam. 

Die Covid-19-Pandemie hat die Lage der Hebammen stark verändert. Schon von Beginn an dürfen Hebammen selbst Covid-19-Tests durchführen. Die Abhaltung von Geburtsvorbereitungskursen ist nur mehr unter bestimmten Bedingungen, etwa mit Mindestabstand erlaubt. Bei der Niederkunft müssen Gebärende (MNS) wie auch Hebammen (FFP2) Masken tragen.  

Schallmeiner hofft auf eine baldige Beruhigung der Lage: "Die Durchimpfungsrate bei den Hebammen ist natürlich hoch, bei Schwangeren ist die Lage jedoch komplexer, hier fehlt es noch an Erfahrungen", sagt Schallmeiner, "allerdings lassen die bisherigen Studien nicht auf schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, Entwicklung des Kindes oder Geburt schließen." 

Der Hebammenberuf ist bis heute eine weibliche Domäne - aber nicht mehr zu 100 Prozent. Seit 1995 sind in Österreich auch Männer zugelassen. Bis die erste männliche Hebamme seinen Dienst nach dem dreijährigen Bachelorstudium antrat, dauerte es aber noch über 20 Jahre. Einen Ausbildungsplatz an einer der sieben Fachhochschulen zu ergattern ist keineswegs einfach: Nur eine von 15 Bewerber*innen wird aufgenommen. Auch hier könnte man Reformen andenken, so Schallmeiner: "Wenn wir den Hebammen mehr Kompetenzen und somit mehr Aufgaben geben, werden wir auch mehr von ihnen brauchen", betont  Schallmeiner.