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am 28. Mai

Litschauer: Betriebsgenehmigung für den Atomreaktor Mochovce 3 zeigt, dass Sicherheit für die Atomindustrie nicht an erster Stelle steht

Martin Litschauer - Einspruch von Global 2000 sehr wichtig und wertvoll

Heute, 28.5.2021, hat die Umwelt-NGO Global 2000 mitgeteilt, dass sie Einspruch gegen die Betriebserlaubnis des Reaktors Mochovce 3 erhoben hat. „Dieser Einspruch ist extrem wichtig. Global 2000 hat als Beteiligte im Verfahren die Möglichkeit dazu und für diesen Einsatz für die Sicherheit der Bevölkerung möchte ich mich sehr bedanken“ sagt Martin Litschauer, Anti-Atom-Sprecher der Grünen.

Das Beispiel des Reaktor 3 im Atomkraftwerk Mochovce zeigt, dass Sicherheit für die Atomindustrie nicht an erster Stelle steht. Seit Baubeginn 1985 hat dieses Projekt verschiedene Probleme und mit einem Sicherheitskonzept aus Sowjet-Zeiten ist das AKW auch nicht ausreichend gegen Flugzeugabstürze gesichert. Im Jahr 2020 hat sich sogar die slowakische Kriminalpolizei eingeschalten. Es wurde aufgedeckt, dass einige Zertifikate für wichtige Bauteile im AKW gefälscht wurden.

Mochovce 3 verfügt auch über kein Containment und bietet dadurch nur sehr wenig Schutz im Fall eines Unfalles. „Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie ein Kraftwerk mit Technik aus den 80er-Jahren im Jahr 2021 eine Betriebsgenehmigung bekommen kann. Auf möglichst hohe Sicherheit wird hier offensichtlich kein Wert gelegt, sonst könnten die internationalen Behörden bei solch einer Vorgangsweise nicht untätig zusehen. Sind wirtschaftliche Interessen noch immer wichtiger als maximale Sicherheit für die Bevölkerung?“, fragt sich Litschauer. 

„Ich hoffe, dass nun alle zusammenhelfen, um die Inbetriebnahme von Mochovce 3 zu verhindern, denn für die Stromversorgung ist dieses Kraftwerk nicht notwendig. Im Gegenteil, es ist zu befürchten, dass das Kraftwerk auch massive Auswirkungen auf den Wasserkreislauf in der Region haben wird. Es ist das Risiko für die Bevölkerung schlicht nicht wert“, schließt Litschauer.