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am 24. September

El-Nagashi zum Start des EU-Unter­suchungs­ausschusses zu Tiertransporten: Gesetzesverschärfungen müssen grenzüberschreitendes Tierleid auf europäischer Ebene bekämpfen

Faika El-Nagashi -

„Die jahrelange und hartnäckige Arbeit von Tierschützer*innen in ganz Europa hat sich ausgezahlt“, begrüßt die Tierschutzsprecherin der Grünen, Faika El-Nagashi, den Start des EU-Untersuchungsausschusses zu Tiertransporten Anfang dieser Woche.

NGOs weisen unermüdlich auf das Leid der Tiere bei Lebendtiertransporten hin. „Die Transporte innerhalb der EU und in Drittstaaten bedeuten mitunter tage- und wochenlanges Ausharren auf engstem Raum bei Kälte und bei Hitze, in den eigenen Exkrementen, ohne gesichertem Zugang zu Nahrung und Wasser. Auf dem Weg zu ihrer ‚Nutzbarmachung‘ werden die manchmal erst wenige Wochen alten Tiere mehrmals verfrachtet, misshandelt und in Todesangst versetzt. All das für den Profit“, kritisiert Faika El-Nagashi.

Im Juni 2020 stimmte das EU-Parlament mit einer überwältigenden Mehrheit für einen Untersuchungsausschuss zu Tiertransporten, der diese Woche seine Arbeit aufnahm. Der auf ein Jahr beschränkte Sonderausschuss soll die Einhaltung von EU-Tierschutzregeln bei Lebendtiertransporten untersuchen und Änderungen zur besseren Rechtsdurchsetzung vorschlagen.

Über 180.000 Menschen haben eine diesbezügliche Petition der europäischen Grünen unterschrieben und sich damit an ihre Abgeordneten und Regierungen gewandt. Erst durch den großen Druck der Zivilgesellschaft sowie der Linken und Grünen Fraktionen fiel die bisherige Blockade von Konservativen, Liberalen und Sozialdemokraten.

„Es geht um über 300 Millionen Tiere pro Jahr. Das sind lebende und fühlende Individuen und keine Ware, die zur Gewinnmaximierung quer durch die Welt verfrachtet werden kann. Hier braucht es deutliche Gesetzesverschärfungen und klare Konsequenzen bis hin zu Vertragsverletzungsverfahren. Der EU-Untersuchungsausschuss kann Transparenz schaffen und aufdecken, wer von diesem Tierleid profitiert. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt diese Tierquälerei klar ab und erwartet zu Recht wirkungsvolle Verbote von der Politik“, hält El-Nagashi fest.

Im EU-Untersuchungsausschuss werden die Grünen unter anderem mit der Ökologin und Tierschützerin Tilly Metz aus Luxemburg als Vorsitzenden sowie dem österreichischen Biobauern und Tiertransporteexperten Thomas Waitz vertreten sein.