Bundesländer
Navigation:
am 28. Juni

Temelin: Sturmschäden zeigen Verwundbarkeit von Atomenergie

Martin Litschauer - Allzeit verfügbarer Atomstrom ist ein Märchen

Wer kennt es nicht? Draußen blitzt und donnert es und drinnen geht das Licht aus. Ein starker Sturm hat in der Nacht des 24.6. nicht nur 10 000 tschechische Haushalte ohne Strom hinterlassen und verheerende Schäden angerichtet. Am Beispiel das AKW Temelin, nahe der österreichischen Grenze, hat er auch die Verwundbarkeit von Atomenergie offengelegt. Drei umgefallene Strommasten unweit des Reaktorblocks 2, konnten dessen Anbindung ans Hochspannungsnetz und damit den sicheren Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten. Der Reaktor musste per Notabschaltung heruntergefahren werden. Jetzt nutzt die Werkleitung die Gelegenheit um geplante Wartungsarbeiten von Anfang Juli vorzuziehen und kommt somit mit einem blauen Auge davon.

Martin Litschauer, Anti-Atomsprecher der Grünen ist alarmiert: „Einmal mehr hat sich gezeigt, dass auch Stürme für ein Atomkraftwerk gefährlich sein können, wenn das Stromnetz ausfällt, setzt die Notabschaltung des Reaktorblockes ein, weil kein Strom mehr geliefert werden kann. Das ist Stress für den Reaktor, weil dieser sehr rasch heruntergefahren werden muss, was eine thermische Beanspruchung für das Reaktormaterial ist, welche auch zur Alterung führt und damit den Reaktorbehälter spröder macht. Gleichzeit müssen die Notsysteme hochgefahren werden, um die Kühlung für die Brennstäbe sicherzustellen. Es ist Zeit, sich endlich von der Atomkraft zu verabschieden, die Naturkatastrophen sind schon Herausforderung genug.“

Atomkraftwerke sind primär als Stromerzeuger bekannt. Viele ihrer Komponenten, beispielsweise  Pumpen, Ventile, oder Lüftungen, brauchen jedoch auch Strom. Das macht umgekehrt auch die Stromerzeugung verwundbar. „Die Allzeit-Verfügbarkeit von Atomstrom ist ein Märchen der Atomlobby. Am Beispiel des Atomkraftwerk Temelin haben wir gesehen, dass ein starker Sturm ausreicht, um die Stromproduktion lahm zu legen. Es gibt Hinweise darauf, dass der Klimawandel solche Extremereignisse verstärken wird. Atomkraftwerke sind verwundbar, sei es durch Naturkatastrophen, durch terroristische Angriffe, oder menschliches Versagen. Es gibt keine Sicherheit in der Atomenergie.“ So Litschauer abschließend