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am 10. Dezember 2020

Störfall in finnischem AKW zeigt Anfälligkeit der Atomindustrie

Martin Litschauer - Litschauer: "Lange Liste an Störfällen macht deutlich, dass Atomkraft nicht so zuverlässig ist, wie behauptet"

„Heute wurde im finnischen Atomkraftwerk Olkiluoto 2 ein Störfall gemeldet, bei dem erhöhte Radioaktivität im Primärkreislauf der Anlage festgestellt wurde. Nach Angaben der zuständigen Behörde ist diese zum Glück nicht ausgetreten. Der Reaktor wurde in einer Notabschaltung heruntergefahren, was natürlich Stress für den Reaktor bedeutet und nicht ungefährlich ist“, erklärt der Anti-Atomsprecher der Grünen, Martin Litschauer. 

Nach den Störfällen im AKW Temelin oder zuletzt im November im AKW Ostrowez, kurz nach dessen Inbetriebnahme, gibt es nun einen weiteren Störfall. "Diese lange Liste macht deutlich, dass die Atomenergie bei weitem nicht so zuverlässig ist, wie oft behauptet wird. Sicher in der Atomindustrie ist offenbar nur, dass es bloß eine Frage der Zeit bis zum nächsten Störfall ist", sagt Litschauer.

Auch aus Frankreich werden bereits Aufrufe zum Strom sparen gemeldet, was ein Indiz dafür sein könnte, dass die dortige Atomindustrie Schwierigkeiten hat, ausreichende Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. "Das erinnert an den Winter 2017, in dem Frankreichs Stromnetze nur durch Importe aus den Nachbarstaaten stabilisiert werden konnten. Ich verstehe deshalb umso weniger, dass es in Österreich noch immer vereinzelte Stimmen gibt, welche über eine Renaissance der Atomindustrie nachdenken“, meint der Abgeordnete. 

„Aktuell werden von der Atomindustrie immer wieder neue Reaktoren versprochen und von der Kernfusion geträumt. Möglicherweise um zu versuchen, die letzten Fördergelder für Forschung abzuholen. Es zeigt sich aber, dass die Kosten der Atomindustrie seit Jahren steigen", sagt Litschauer. In den vergangenen fünf Jahren konnten Kostensteigerungen von 34% beobachtet werden, während Solarstrom um 48% billiger geworden ist. "Ohne Steuerzuschüsse und Haftungsübernahmen kann aktuell kein Atomkraftwerk mehr errichtet werden. Sie lösen auch die Klimakrise nicht, weil sie nicht CO2-neutral produzieren. Wir können die Energiewende sicher ohne Atomenergie schaffen“, ist Litschauer überzeugt.