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am 27. Mai

Politisches Greenwashing für Erdgas und Nuklearenergie in der Europäischen Wasserstoffstrategie

Martin Litschauer - Litschauer: FPÖ, ÖVP und SPÖ sind im Europäischen Parlament umgefallen

„Ist da einem Dreiviertel der österreichischen EU-Parlamentarier*innen eine Abstimmungspanne passiert? Oder wie erklärt sich der Kniefall vor der fossilen Gas- und Atom-Lobby in der Europäischen Wasserstoffstrategie? Die österreichischen Parlamentarier der FPÖ haben nicht einmal gegen den Einsatz von Nuklearenergie zur Wasserstofferzeugung gestimmt. Wo bleibt hier die Konsistenz mit unseren nationalen Werten?“ ist Martin Litschauer, Anti-Atomenergie Sprecher der Grünen irritiert über das Abstimmungsergebnis zu den Details der Europäischen Wasserstoffstrategie. Die Mehrheit der EU-Parlamentarier hatte am 19.5.2021gegen einen Antrag der Europäischen Grünen/EFA gestimmt, der den Einsatz von Strom aus Nuklearenergie und fossilem Erdgas zur Herstellung von Wasserstoff (H2) ausschließen soll. Von den österreichischen Abgeordneten stimmten lediglich Grüne und NEOS dafür. Nicht einmal der Abänderungsantrag der S&D Fraktion, der lediglich Nuklearstrom für die H2-Erzeugung ausschließen soll, fand die nötige einfache Mehrheit im EP. Hier bekamen die österreichischen Grünen Unterstützung aller Fraktionen, außer der FPÖ. 


Litschauer weiter: „Fossiles Gas und Atomenergie haben im Europäischen Green Deal nichts verloren, auch nicht in der Produktion von Wasserstoff. Auf Grund des schlechten Wirkungsgrades in der Wasserstoffproduktionskette müssen wir uns gut überlegen, wo wir diese Technologie einsetzen wollen, das machen auch die Produzenten von LKW´s deutlich, welche die Zukunft im Elektroantrieb sehen, weil Wasserstoff-LKW mehr als 4 mal so viel Energie benötigen als elektrisch betriebene. Meine Hoffnung, dass sich Energieeffizienz im Europäischen Green Deals durchsetzt, wurde letzte Woche in der Abstimmung erschüttert. Anstatt Klimaschutz groß zu schreiben haben die Konservativen politisches Greenwashing für die fossile Gasindustrie und die Atomindustrie betrieben. Diese haben jetzt gute Chancen staatlich gefördert zu werden. Mit Atomstrom wird sogar noch dazu eine Hochrisiko-Technologie gefördert, die rein gar nichts zum Klimaschutz betragen kann.“


„Wasserstoff mit seinem relativ geringen Wirkungsgrad wird einen gewissen Beitrag zur CO2-Vermeidung in Bereichen der Industrie, sowie im Luft-, See- und Schwerlastverkehr leisten können. Dafür wird Grüner Wasserstoff rein aus erneuerbaren Quellen benötigt. Frankreich und Tschechien z.B., setzen sich für die Erzeugung mittels Erdgas und Nuklearenergie zumindest als Brückenlösung ein. Dies ist aber der vollkommen falsche Weg, weil dadurch die Wasserstoffindustrie unter falschen Voraussetzungen entwickelt wird und wir Gefahr laufen, dass diese Entwicklung in eine Sackgasse führt und Milliarden an Fördergeldern durch die Fossile Industrien abgesaugt werden, welche wir für eine nachhaltige Energiewende zu 100% Erneuerbare Energie dringend brauchen.“ So Litschauer abschließend.