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am 8. September

Mochovce 3 zeigt dreifaches Atomenergie-Dilemma: Zu spät, zu teuer, brandgefährlich

Martin Litschauer - Litschauer: Slowakei soll sich Beispiel an Zwentendorf nehmen

„Die Slowakei kann sich ein Beispiel an Zwentendorf nehmen und von der Inbetriebnahme der Blöcke 3 und 4 absehen, um die Belastung der nächsten Generationen mit Atommüll zu reduzieren“, hält Martin Litschauer, Anti-Atomenergie Sprecher im Grünen Parlamentsklub zur geplanten Erweiterung des Atomkraftwerks (AKW) Mochovce 100 km von der österreichischen Grenze entfernt, fest.

   Wie kürzlich bekannt wurde, kommt es aufgrund Corona-bedingter Lieferengpässe zu einer erneuten Verzögerung der Inbetriebnahme des dritten Bocks bis Anfang 2021. Das Baubudget wird laut Staatssekretär Karol Galek voraussichtlich nicht für den geplanten 4. Reaktorblock reichen.

   Litschauer dazu: „Mochovce 3 steht für das dreifach-Dilemma von Atomenergie: zu spät, zu teuer, brandgefährlich. Vor dreizehn Jahren wurde mit dem Ausbau begonnen und die geplanten Kosten haben sich in der Zwischenzeit verdoppelt. Wie rechtfertigt man diese Wirtschaftsbilanz vor dem Steuerzahler? Dazu kommen katastrophale Baumängel, Fehlbohrungen, eine Explosion am Notstromaggregat und zuletzt ein Korruptionsskandal. Was muss noch passieren, damit die slowakische Regierung dieses Uralt-AKW endlich abdreht?“.

   Und weiter: „Hierzulande wissen wir, es geht auch ohne gefährliche Atomenergie. Durch den Ausbau von Ökostromanlagen wird sich Österreich schon bald zu 100% selbst aus Erneuerbarer Energie versorgen. Der Markt für Atomstrom wird von Jahr zu Jahr kleiner und auch für den Klimaschutz ist die Atomenergie keine Option, da auch bei der Atomindustrie jede Menge CO2 ausgestoßen wird.“

   Abschließend fordert Litschauer von der slowakischen Bundesregierung eine bessere Informationspolitik bei Störfällen an schon bestehenden Blöcken. „Die Einigung auf das Melker Abkommen hat einen guten Informationsaustausch mit Tschechien rund um das AKW Temelin gebracht. Ich werde mich auch für einen besseren Informationsaustausch mit der Slowakei einsetzen. Österreich trägt unverschuldet Risiken eines Nuklearunfalls mit, denn Strahlung kennt keine Grenzen. Absolute Transparenz in Sachen Störfälle und deren Aufklärung ist das Minimum was wir als Nachbarstaat verlangen dürfen“, sagt der Grüne Nationalratsabgeordnete abschließend.
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