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am 21. September

Litschauer zu Störfall im AKW Temelin: Stilllegung bis Ursache geklärt ist

Martin Litschauer - Regelmäßigkeit führt zur Verharmlosung, das können wir uns bei derart riskanten Technologie nicht leisten

"Ich fordere den Betreiber ČEZ auf, das Try-and-Error-Prinzip zu beenden. Auch Not-Abschaltungen durch Störungen im nicht radioaktiven Bereich bleiben Materialbelastungen und lassen den Reaktor vorzeitig altern. Ich kann daher nicht nachvollziehen, wieso der Betrieb wiederaufgenommen worden ist, denn weder ist die Ursache bekannt, noch wurde der Fehler behoben“, sagt Martin Litschauer, Grüner Anti-Atom Sprecher zum neuerlichen Störfall im Atomkraftwerk (AKW) Temelin. 

Starke Vibrationen im Turbogenerator veranlassten in der Nacht vom 17.9. eine Abschaltung des ersten Reaktors. Nach erneuten Vibrationen wurde in Folge auch der Turbogenerator manuell abgeschaltet. Es handelte sich dabei laut Betreiber um keinen Notfall, der Reaktor läuft mittlerweile wieder auf eingeschränkter Kapazität.

Litschauer: „Die Kommunikation der Störfälle rund um Temelin seitens der tschechischen Regierung läuft an sich gut. Nur, transparente Kommunikation tilgt die Risiken alternder Reaktoren nicht. Gleich 13 AKWs säumen die österreichische Grenze und wir erleben wiederholt Störfälle bis hin zu akuten Baumängel, wie zuletzt im AKW Mochovce. Regelmäßigkeit führt zur Verharmlosung und das können wir uns bei einer derart riskanten Technologie nicht leisten. Ich mahne deshalb noch einmal die Betreiberfirma ČEZ und alle anderen Betreiberfirmen zur Verantwortung. Keine Wiederinbetriebnahme, ohne Ursachenklärung und Fehlerbehebung!“