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am 30. August

Litschauer zu Iran und Nordkorea: Die atomare Sicherheit ist der IAEO offenbar entglitten

Martin Litschauer - Aus dem Atomförderprogramm ist eine weltweite nukleare Bedrohung geworden

„Aktuell berichtet die IAEO, dass Nordkorea offenbar den Reaktor der Atomanlage in Yongbyon zur Herstellung von atomwaffentauglichem Material wieder in Betrieb genommen hat. Gleichzeitig hat die IAEO keine direkte Möglichkeit zur Überwachung von Nordkoreas Atomaktivitäten seit die Regierung in Pjöngjang die Inspektorinnen und Inspektoren 2009 des Landes verwiesen hat. Auch im Iran kann das Atomprogramm nicht ausreichend von der IAEO kontrolliert werden. Jahrzehntelang hat die IAEO die Atomprogramme auf der Welt unterstützt und nun ist sie bei der atomaren Aufrüstung machtlos“, sagt der Anti-Atom-Sprecher der Grünen, Martin Litschauer.

„Gestern war Internationaler Tag gegen Nuklearversuche, doch die atomare Gefahr steigt von Tag zu Tag. In der Zwischenzeit sollte eigentlich klar sein, dass die sogenannte 'zivile Atomkraft', die von der IAEO so gefördert wird, das Wissen, die Technik und das Material liefert, das für die Atombomben dieser Welt benötigt wird. Obwohl es nicht gelingt, dieses Wissen und Material von jenen, die Atombomben herstellen wollen fernzuhalten, setzt sich die IAEO weiter für den Atomkraftausbau ein. Sie fördert neue Generationen von Atomkraftwerken bis hin zu kleinen Atomreaktoren, so genannten SMR, die dann über die ganze Welt verteilt werden und jedes Konzept vermissen lassen, wie diese über Jahrzehnte beziehungsweise Jahrhunderte vom Zugriff durch Regime und Terroristen geschützt werden. Genauso wie beim Atommüll wird auf globale Sicherheit von der Atomindustrie wenig wert gelegt, sonst würde man diese Technologie nicht so bedenkenlos vertreiben“, verdeutlicht Litschauer.

„Eine Energiewende mit 100 Prozent erneuerbarer Energie ist möglich, dazu braucht es die Atomenergie nicht. Statt die Atomindustrie als Lösung zu verkaufen, sollte sich die IAEO viel mehr um die Probleme kümmern, die der Klimawandel bei den bestehenden Atomanlagen verursacht, bevor wir in eine weitere Atomkatastrophe schlittern“, warnt Litschauer.