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am 6. Juli

Litschauer: Angriff auf Uran-Anreicherungsanlage im Iran zeigt enorme Gefährlichkeit von Atomanlagen

Martin Litschauer - Atomenergie war und wird nie sicher sein

„Die aktuellen Ereignisse im Iran zeigen, wie schnell eine Energieform, die von ihrer mächtigen Lobby als sicher verkauft wird, plötzlich ins Zentrum von internationalen Konflikten geraten kann. Das ist ein außerordentlich alarmierendes Signal für die gesamte Region und alle Staaten, die auf Atomenergie und Nuklearwaffen setzen“, sagt Martin Litschauer, Anti-Atomenergie Sprecher der Grünen.

Die Explosion im Gebäude der Urananreicherungsanlage in Natanz am letzten Donnerstag war die dritte von insgesamt vier Explosionen, die seit einigen Tagen den Iran heimsuchen. Die iranische Regierung vermutet israelische oder US-amerikanische Angriffe, verweist aber darauf, dass die konkreten Umstände bisher noch ungeklärt sind.

Auch Europa ist nicht befreit von Sabotageakten auf Nuklear-Infrastruktur. Wie die Umweltschutzorganisation Global 2000 aufzeigte, kam es 2015 nach einer Sprengung von Hochspannungsmasten durch Separatisten in der Krim-Region, Ukraine, zur Notausschaltung des weltweit größten AKWs in Saporischschja. Ein Jahr zuvor kam es zur Notabschaltung im belgischen AKW Doel, nachdem ein Schmieröl-Tank mutwillig geöffnet wurde und das auslaufende Öl eine Dampfturbine beschädigte. 

„Neben Naturkatastrophen wie dem Tsunami, der 2011 den Fukushima-Supergau ausgelöst hat, müssen wir uns gerade in der heutigen Zeit ganz klar bewusstwerden, dass auch gezielte Anschläge auf Atominfrastrukturen eine reale Quelle für nukleare Desaster sind. Steigende Intransparenz von nationalen Uran-Anreicherungsprogrammen, die drohende Auflösung von internationalen Abrüstungsabkommen, sowie die Häufung terroristischer Akte weltweit sollten uns besser jetzt als morgen eine Lehre sein. Egal ob als Nuklearwaffe oder als Energiequelle: Atomenergie ist ein Risiko für die Menschheit, das keinen weiteren Ausbau nuklearer Infrastruktur und der Anreicherung von Uran rechtfertigt. Vielerorts ist beispielsweise auch die Bedrohung durch Flugzeugabstürze weiter ungelöst“, hält Litschauer fest.