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am 13. Juli

Schule im Herbst – hier ist der grüne Backup-Plan!

Sibylle Hamann - Wir wollen alle, dass der Schulbetrieb im Herbst normal stattfindet. Durch schnelle, präzise Tests können Covid-Verdachtsfälle hoffentlich immer rascher geklärt werden.

Im Krisenfall können dennoch vorübergehende, lokale Einschränkungen notwendig werden. Dafür brauchen wir ein Netz aus sozialer und pädagogischer Versorgung für jedes Kind. Hier ist unser Backup-Plan:

1 – Check-in Gespräch

Für jedes Kind, bei dem das Distance-Learning nicht gut funktioniert hat, braucht es am Schulbeginn ein ausführliches Elterngespräch, wo notwendig unter Beiziehung von Sozialarbeiter*in oder Dolmetsch. So kann die individuelle Problemlage erfasst und ein angepasster Krisenplan entwickelt werden.

2 – Buddies und Mentor*innen

Schüler*innen, die zu Hause nicht ausreichend Lernunterstützung erhalten, bekommen einen Buddy oder eine Mentorin. Die Vermittlung erfolgt ab sofort über die Plattform "weiterlernen.at" des Bildungsministeirums. Schon im Normalbetrieb soll ein Kennenlernen stattfinden und eine regelmäßigen Begleitung beginnen.

3 – Einheitliche Lerninhalte und Software

Für das Distance-Learning braucht jede Schule eine einheitliche Plattform für Lerninhalte, die von allen Lehrenden bespielt wird und den Schüler*innen klare virtuelle Abläufe ermöglicht. Digitale Schulungen für alle Lehrkräfte, Laptop und Datenguthaben für alle Schüler*innen ab der Sekundarstufe 1.

4 – Lernstationen

An jeder Schule werden Lernstationen eingerichtet. Allen Kindern, denen zu Hause die geeignete Lernumgebung fehlt, steht hier Platz, Ruhe, Bücher, Materialien und Computer zur Verfügung, sowie Lehrkräfte zur Lernunterstützung. Je nach Bedarf können einzelne Stunden oder durchgehender Kleingruppenunterricht vereinbart werden.

5 – Betreuung und Bewegung im Freien

Alle Schulen sind grundsätzlich offen und stehen allen Familien, die sie brauchen, zur Verfügung. Um Dichte zu reduzieren, soll so viel wie möglich im Freien stattfinden: Spaziergänge, Naturerlebnis, Bewegung, Sport, auch unter Einbeziehung von Vereinen und Kulturinstitutionen.

6 – Kleingruppen für den Ausnahmezustand

In jeder Klasse werden, unter Einbeziehung der Eltern, fixe Kleingruppen zu etwa vier Kindern aus der engeren Nachbar*innenschaft gebildet. Bei akuter Einschränkung des Schulbetriebs können diese Gruppen vielerlei Funktionen erfüllen: als Kommunikationszelle, Lern- sowie soziale Bezugsgruppe und Betreuungsverband.

Viele dieser Punkte (1,2,3,5,6) haben nachhaltige positive Wirkungen auf Schule, Beziehungen, Kommunikation und Bildungserfolg – auch wenn der Krisenfall nie eintritt!