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am 19. Oktober

Grüne verurteilen grausamen Mord an Pariser Lehrer

Sibylle Hamann, Faika El-Nagashi - Hamann/El-Nagashi: "Gemeinsam gegen Einschüchterung, Gewalt und Terror"

Zutiefst erschüttert über den grauenhaften Mord am Pariser Lehrer Samuel Paty zeigen sich die Grünen. Der Lehrer hatte in seiner Klasse über Meinungsfreiheit diskutiert und im Rahmen dessen die Mohammed-Karikaturen gezeigt. "Wenn wir beginnen, aus Angst vor Gewalt und Terror die Meinungsfreiheit einzuschränken und im Unterricht heiklen Themen auszuweichen, haben wir schon verloren", sagt die Bildungssprecherin der Grünen, Sibylle Hamann und erläutert: "Schule ist auch ein Ort der politischen Bildung. Man lernt, sich eine Meinung zu bilden, diese Meinung zu formulieren und Widersprüche zivilisiert zu diskutieren. Kritikfähigkeit zu trainieren, ist Kernaufgabe von Lehrkräften. Dies darf auch vor religiösen Inhalten niemals haltmachen.“

   Gerade Kinder, die in der Familie mit einem geschlossenen Weltbild aufwachsen, müssten in der Schule die Chance bekommen, sich mit anderen Sichtweisen auseinanderzusetzen. "Das sind wir ihnen schuldig. Und den Lehrkräften sind wir schuldig, dass sie sich bei dieser wichtigen Aufgabe stets sicher fühlen können“, hält Hamann fest.

   „Die terroristische Ermordung eines Lehrers in Paris Freitag Nachmittag ist erschütternd und abscheulich. Sie zeugt vom Wahn des 18-jährigen Attentäters und sie steht in der Tradition der IS-Gewalt, der Taliban, der Al-Qaida. Alles Gruppen, die sich vor allem junger Männer bedienen und ihre Herrschaftsphantasien und exzessive Gewalt religiös begründen“, ergänzt die Integrationssprecherin der Grünen, Faika El-Nagashi.

 

   „Jihadistischem Fundamentalismus und islamistisch motivierter Gewalt muss entschieden entgegengetreten werden. Dafür braucht es gezielte und systemische Extremismusprävention ebenso wie den Dialog mit den muslimischen Gemeinschaften“, meint die Integrationssprecherin. „Der Aufschrei gegen den Terror muss laut sein und muss ein gemeinsamer sein. Aber ebenso gegen die Instrumentalisierung für eine Sündenbockpolitik, die Musliminnen und Muslime unter Generalverdacht stellt und für den Terror brandmarkt“, sagt El-Nagashi.