Bundesländer
Navigation:

Reimon: Großkonzerne zahlen zu wenig Steuern in Europa

Europas Regierungen schauen dabei zu und blockieren Steuerreformen

Multinationale Konzerne profitieren überdurchschnittlich von Steuerprivilegien und Steuerschlupflöchern in der Europäischen Union. Das ist das Ergebnis der Grünen Studie "Effective Tax Rates of Multinational Enterprises in the EU". Die Studie basiert auf den besten überhaupt erhältlichen länderspezifischen Steuerdaten, der sogenannten Orbis-Datenbank. Der gesetzliche Unternehmenssteuersatz beträgt in der EU durchschnittlich 23 Prozent, doch die Firmen zahlen im Schnitt nur 15 Prozent. Die ausgewerteten Daten belegen, dass kleinere, lokal tätige Firmen in den meisten Ländern spürbar benachteiligt werden gegenüber grenzüberschreitend tätigen Konzernen: Je größer das Unternehmen, desto geringer der effektive Steuersatz. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit von mehr Steuertransparenz unter den EU-Mitgliedstaaten und länderbezogener Berichte über Steuerpraktiken und Steuereinsparungen.

Michel Reimon, Mitglied des Wirtschafts- und Währungsausschusses und Co-Delegationsleiter der Grünen, sagt: "Je größer und internationaler der Konzern, desto weniger Steuern zahlen diese in Österreich. Die von Schwarzblau geplante Steuerreform wird diese Politik weiter verschärfen und Großkonzerne noch mehr bevorzugen. Wichtige Reformen gegen Steuerdumping der EU-Mitgliedstaaten werden unter anderem von Österreich im Rat blockiert. Die Rechnung zahlen KMUs und Bürger*innen."

Hintergrund

Die substanzielle Lücke zwischen nominalem und effektivem Steuersatz entsteht durch Sonderabsprachen einzelner EU/Mitgliedstaaten mit multinationalen Unternehmen, Steuerschlupflöcher wie Patentboxen und die doppelte Nichtbesteuerung von Gewinnen durch unvollkommene Doppelbesteuerungsabkommen. Dadurch schwanken die von Unternehmen tatsächlich gezahlten Steuern je nach EU-Mitgliedstaat erheblich. In Österreich zahlen Unternehmen im Durchschnitt etwa 13 Prozent Unternehmenssteuern, der gesetzliche Steuersatz liegt bei ungefähr 25 Prozent.

<a target="_blank">Studie "Effective Tax Rates of Multinational Enterprises in the EU" (auf Englisch)</a>

Rückfragehinweis:    Inge Chen    Pressesprecherin Michel Reimon    +32484912134    inge.chen@europarl.europa.eu

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/14446/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0102    2019-01-22/12:15